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Abendmahlsgemeinschaft ist Bekenntnisgemeinschaft

Am kommenden Tag des Herrn, dem 7. August, werden wir d.v. wieder das Herrnmahl feiern. Dazu sind grundsätzlich alle Mitglieder der Gemeinde eingeladen, sowie diejenigen, die durch ein Zeugnis ihrer Mitgliedschaft (von einer anderen Kirche) zugelassen wurden.

Entscheidend und zentral bei der Teilnahme am »Tisch des Herrn« (1Kor 10,21) ist das abgelegte Bekenntnis. Man kann nicht zum Tisch des Herrn in einer Gemeinde kommen, dabei aber das Bekenntnis der jeweiligen Gemeinde ignorieren oder gar (in Stücken oder ganz) ablehnen.

Zur Vorbereitung auf die Mahlfeier am Sonntag habe ich hier einen kleinen Text übersetzt (aus dem Englischen) aus einem schon etwas älteren Buch. Der Text stammt aus John Anderson, Alexander and Rufus: or, A series of dialogues on church communion in two parts (1820), Seite 5-6:

Jeder, der an den öffentlichen Riten (d.h. Sakramenten) einer bestimmten Kirche teilnimmt, insbesondere dem Herrnmahl, erklärt damit, dass er Gemeinschaft mit ihr in ihrem öffentlichen Bekenntnis hat, da dieses in den genannten Dingen zum Ausdruck kommt, und erklärt, dass ihr Bekenntnis auch sein eigenes ist. Denn das öffentliche Glaubensbekenntnis, das mit der Teilnahme an den öffentlichen Riten des christlichen Glaubens einhergeht, ist jedenfalls einheitlich, nämlich das Bekenntnis derjenigen Kirche, in der diese Sakramente dargereicht werden.

Mittelfristig ist es unmöglich, dass jemand vortäuscht, Gemeinschaft mit einer bestimmten Kirche in ihren öffentlichen Riten, insbesondere dem Herrnmahl, zu haben, während er offen und hartnäckig irgendeinem Artikel ihres Glaubensbekenntnisses widersteht. Es können sicherlich solche Anteil an der Gemeinschaft haben, die nur sehr wenig Erkenntnis haben, genauso wie man an weltlichen Angelegenheiten Anteil haben kann, auch wenn man wenig Einfluss oder Gelegenheit zur Mitarbeit hat. Wer jedoch hartnäckig widersteht kann keinerlei Gemeinschaft mit ihr haben.

Diese Prinzipien stimmen überein mit der Beschreibung der Teilnehmer am Herrnmahl, die uns der Apostel gibt. »Wir, die vielen,« sagt er sind »ein Leib; denn wir alle haben Teil an dem einen Brot.« (1Kor 10,17) Nach diesen Worten bedeutet unsere Teilhabe am einen Brot im Sakrament auch ein gemeinsames Bekenntnis des christlichen Glaubens, so wie auch die Teilhabe an den Opfern der Götzentempel ein gemeinsames Bekenntnis des Götzendienstes bedeutet.

Genauso wie Christen an einem Brot Anteil haben, so legen sie auch ein gemeinsames Bekenntnis des christlichen Glaubens ab. Das Bekenntnis, im Herrnmahl Christus zu empfangen, ist ein Bekenntnis des ganzen christlichen Glaubens. Denn es ist ein Bekenntnis, dass wir nicht nur auf Christus als unseren Priester vertrauen zur Vergebung unserer Sünden, sondern auch, dass wir allem zustimmen, was er uns als Prophet lehrt; und, dass wir uns allen Gesetzen und Satzungen unterwerfen, die er uns als unser König gibt.

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