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Böhl und der Pietismus

In dieser Furcht war der Pietismus befangen, als er die Rechtfertigung zur Voraussetzung der Heiligung machte; die Heiligung erscheint dabei als Fortbildung der Rechtfertigung, und der Empfang der letzteren hat sich in der Heiligung zu bewähren. Aber bei dieser Bewahrung des Glaubens durch gute Werke erwuchs dem Pietismus ein ganz andrer Inbegriff von Merkmalen und Kennzeichen, ob man im Glauben stehe, als der Inbegriff des göttlichen Gesetzes war. Die Probe, ob der rechtfertigende Glaube auch echtes Gold mit sich führe, wurde noch an einem andren Prüfstein gemacht, als dem des Gesetzes Gottes. Man schuf sich eine Art nova lex, ein Gesetz für die wahren Gläubigen.

Eduard Böhl (1836-1903)

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