Bavinck

Die Lehre der „gemeinen Gnade“

Jesus Christus beschrieb seine Jünger im hohenpriesterlichen Gebet als gleichzeitig „in der Welt“ und doch nicht „von der Welt“ (Joh 17,11.16.18). Diese Gleichzeitigkeit richtig zu verstehen halte ich für eine der größten Aufgaben der Kirche in unserer Zeit. Wenn die Kirche nicht mehr „in der Welt“ ist, wird sie separatistisch und sektiererisch. Sie verliert dann ihre Salzkraft völlig. Wenn die Kirche allerdings „von der Welt“ ist, ist sie im negativen Sinn „weltlich“. Auch dann hat sie nichts mehr zu sagen.

Bavinck über die Nutzlosigkeit des Glaubens in der (post-)modernen Welt

Vor über hundert Jahren (1904) schrieb der niederländische Pastor und Professor Herman Bavinck folgende zynische Worte einer Rede, die auch heute noch – mutatis mutandis - sehr treffend sind:

Bavinck über die Rechtfertigung in Christus und seinem Tod

Das Evangelium (…) lautet nicht: Gott wird sich selbst mit euch versöhnen, wenn ihr Leute glaubt, Buße tut und seine Gebote erfüllt. Im Gegenteil, es lautet: Weil nämlich Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, rechnete er ihnen ihre Sünden nicht an, sondern beauftragte die Apostel mit dem Dienst und dem Wort der Versöhnung. Und der Inhalt dieses Wortes ist: Gott IST versöhnt; er HAT der Welt ihre Sünden vergeben. Nun glaubt diesem Evangelium, ihr Leute, und tretet ein in diese Versöhnung. Legt selbst eure Feindschaft bei und lasst euch versöhnen mit Gott.