Evangelium

Bavinck über die Rechtfertigung in Christus und seinem Tod

Das Evangelium (…) lautet nicht: Gott wird sich selbst mit euch versöhnen, wenn ihr Leute glaubt, Buße tut und seine Gebote erfüllt. Im Gegenteil, es lautet: Weil nämlich Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, rechnete er ihnen ihre Sünden nicht an, sondern beauftragte die Apostel mit dem Dienst und dem Wort der Versöhnung. Und der Inhalt dieses Wortes ist: Gott IST versöhnt; er HAT der Welt ihre Sünden vergeben. Nun glaubt diesem Evangelium, ihr Leute, und tretet ein in diese Versöhnung. Legt selbst eure Feindschaft bei und lasst euch versöhnen mit Gott.

Erhebet eure Häupter…! – Calvin über die Sehnsucht nach dem Himmel

Es ist doch wirklich so: das ganze Volk der Gläubigen gleicht, solange es auf dieser Erde wohnt, notwendig den Schafen, die zur Schlachtbank geführt werden; denn es muß Christus, seinem Haupte, gleichgestaltet werden (Röm 8,36). Die Gläubigen wären also die trostlosesten unter allen Menschen, wenn sie ihr Herz nicht zum Himmel erhöben und dadurch all das, was in dieser Welt ist, überwänden und die gegenwärtige Gestalt der Dinge hinter sich ließen (1Kor 15,19).

Durch Adams Fall ist ganz verderbt

Gute Kirchenlieder sind stets sehr nah am Buchstaben und am Geist der Heiligen Schrift.

Fast wie eine Paraphrase oder ein Kommentar zu Römer 5,12-21 liest sich in weiten Stücken das alte Trostlied »Durch Adams Fall ist ganz verderbt«, vertont beispielsweise durch Bach, Buxtehude und andere.

Was ist das Evangelium? Und gibt es eine Kurzfassung?

Alle Probleme dieser Welt finden ihre Lösung und Antwort in einer historischen und geistlichen Tatsache – der Tatsache des Evangeliums.

Alle Missstände der Kirchen weltweit finden ihre Lösung in bzw. sind ein Missverständnis von dieser einen Tatsache – der Tatsache des Evangeliums.

»Nicht Zungenlehre sondern Lebenslehre!« – Calvin über die Lehre des Evangeliums

Der Reformator Johannes Calvin war sicherlich kein Pietist. Das heißt, er hat den Kern des Evangeliums, den Kern des christlichen Lebens nicht in der menschlichen Befindlichkeit, dem Gefühl, gesucht. Er betont ebenso stark wie Martin Luther die objektive Wahrheit des Evangeliums, das wir zu glauben haben.

Indikativ und Imperativ – was kommt zuerst? – Hermann Ridderbos über das Evangelium

Herman Nicolaas Ridderbos (1909-2007) war ein bedeutender niederländischer Theologe der so genannten heilsgeschichtlichen Schule. Er war über vierzig Jahre lang Professor für Neues Testament an der Theologischen Universiteit Kampen.

Das gemeinsame Sündenbekenntnis

Die Vergebung der Sünden liegt im Zentrum des Evangeliums (Mt. 26,28; Lk. 24,47; Apg. 2,38. Ja, an manchen Stellen in der Schrift wird Vergebung der Sünden einfach gleichgesetzt mit dem Evangelium (Apg. 13,38; Eph. 1,7; Kol. 1,14). Wie sollte die Vergebung der Sünden da nicht ein zentrales Element unseres Gottesdienstes sein? Als christliche Kirche bekennen wir „die heilige allgemeine christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden“ in unserem Glaubensbekenntnis. Im „Unser Vater“ bitten wir, „…und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Aber nicht nur das, der Kirche und ihren Dienern ist auch das „Amt der Schlüssel“ gegeben. Dies bedeutet, was die Kirche auf Erden bindet, das wird im Himmel gebunden sein; und was sie auf Erden löst, das wird im Himmel gelöst sein (Mt. 16,19; vgl. HK, Sonntag 31). Das ist eine große Verantwortung!

Olevianus erklärt das Evangelium

Caspar Olevianus erläutert das Evangelium in seiner Schrift Vom Gnadenbund Gottes, S.8-9 der Transkription, folgendermaßen:

Was das Evangelium sei, begehr ich noch verständlicher von dir zu hören.

»Gib, was du befiehlst…« (Augustinus)

Im Heidelberger Katechismus, Frage 9, werden wir gefragt:

Frage: Tut denn Gott dem Menschen nicht Unrecht, wenn er in seinem Gesetz etwas fordert, was der Mensch nicht tun kann?

Die Frage, die dahinter steht, ist folgende:

Der Unterschied zwischen Liberalismus und dem Evangelium

Der Unterschied zwischen theologischem Liberalismus und dem christlichen Glauben liegt darin: der Liberalismus spricht durchweg im Imperativ, während die christliche Botschaft mit einem triumphierenden Indikativ beginnt. Der Liberalismus appelliert an den Willen des Menschen, der christliche Glaube verkündet das vorauslaufende gnädige Handeln Gottes. (J. Gresham Machen, Christianity and Liberalism, 1923.)