Ein Nutzen der alten Kirchenordnungen sind die vielen guten ausformulierten Gebete, die wir darin oft finden. Die Kirchenordnung der Kurpfalz von 1563 zum Beispiel enthält eine ganze Reihe von Gebeten für die verschiedenen Gottesdienste. Darin wird ein Tiefgang des Gebets deutlich, den wir heute kaum noch in Gottesdiensten antreffen oder erreichen.
Neues Gebet online!
»Dein Reich komme…« (Johannes Calvin)
In der Predigt am Sonntag kommen wir zur zweiten Bitte des Gebets des Herrn (›Unser Vater‹) – »…Dein Reich komme…!«
Was Johannes Calvin in seinem »Unterricht in der christlichen Religion« dazu schreibt, ist wie immer lesenswert:
Eine einfältige Weise zu beten, für einen guten Freund (Martin Luther)
Eine einfältige Weise zu beten, für einen guten Freund
Martin Luther (1535)
[Weimarer Ausgabe 2, 81–130]
Lieber Meister Peter, ich geb’s euch so gut, wie ich’s habe und wie ich selber mich beim Beten (ver)halte. Unser Gott geb es euch und jedermann, es besser zu machen. Amen.
Das kostbare Blut (Ein Gebet)
Das kostbare Blut
Gepriesener Herr Jesus,
kniend vor Deinem Kreuz sehe ich die Abscheulichkeit meiner Sünde
meine Ungerechtigkeit, die aus Dir einen Fluch gemacht hat
das Böse, das die Strenge des göttlichen Zorns hervorgerufen hat.
Luther über das Beten der Psalmen & des Unser Vaters
Ich meine auch, wer’s sollte ein wenig versuchen mit Ernst am Psalter und Vaterunser, der sollte gar bald den andächtigen Gebetlein Urlaub geben und sagen: Ach, es ist nicht der Saft, Kraft, Brunst und Feuer, die ich im Psalter finde; es schmeckt mir zu kalt und zu hart etc.
Athanasius: Erklärung der Psalmen und warum wir sie singen sollen…
Der Kirchenvater Athanasius (295/298-373) ist uns vor allem bekannt durch seine wichtige Rolle in den trinitarischen Auseinandersetzungen des 4. Jahrhunderts. Er kämpfte wie vielleicht kein anderer gegen die Irrlehre des Arius, der lehrte, dass Christus nicht der ewige Gottessohn sei, sondern geschaffen in der Zeit. Dem gegenüber vertrat Athanasius die biblische Lehre: »Der Sohn ist vom Vater allein, nicht gemacht noch geschaffen, aber gezeugt« (Athanasianum); «gezeugt, nicht geschaffen« (Nizäno-Konstantinopolitanum).
Kirchenbuch mit Gebeten
Bei Google fand ich kürzlich untenstehendes Kirchenbuch der reformierten Kirchen in Basel aus dem 19. Jahrhundert. Es enthält eine Menge Gebete zu den verschiedensten Anlässen. Für Diejenigen, die immer auf der Suche nach Hilfen zu einem reicheren Gebetsleben sind, dürfte das eine oder andere Kleinod aus diesem Buch dabei eine gute Hilfe sein. Darüber hinaus finden sich in dem Kirchenbuch auch »Agenden«, das was wir »Formulare« nennen, zu verschiedenen gottesdienstlichen und kirchlichen Anlässen.
Die Notwendigkeit des Gebets
Das Gebet gräbt die Schätze aus, die unser Glaube im Evangelium des Herrn angezeigt gefunden und dort erschaut hat!
J. Calvin, Institutio, III,20,2



