Kirche

»Wer sind meine Geschwister?« – Eine Meditation über einen Gedanken von Calvin

Der Genfer Reformator Johannes Calvin – einer, der wohl kaum in der Gefahr stand, blind die römisch-katholische Sicht der Kirche als autonome Heilsanstalt aufzunehmen – verlegt das christliche Leben andererseits auch nicht, wie manche vielleicht erwarten würden, ganz in unser innerliches Befinden hinein.

Aus unserem Bekenntnis: »Über die falsche Kirche«

Was aber die falsche Kirche betrifft, so schreibt sie sich und ihren Einrichtungen und Überlieferungen immer mehr Ansehen zu als dem Wort Gottes; sie weigert sich, sich dem Joch Christi zu unterwerfen; sie verwaltet die Sakramente nicht, wie Christus in seinem Wort vorgeschrieben hat, sondern sie setzt ihnen bald etwas zu, bald entzieht sie ihnen etwas nach ihrer Willkür. Außerdem stützt sie sich immer weit mehr auf Menschen als auf Christus und verfolgt diejenigen feindlich, welche ihr Leben nach der Vorschrift des Wortes Gottes heilig zu führen streben und die ihre Fehler und vorzüglich ihre Habsucht und ihren Götzendienst rügen und tadeln. Hieraus ist es daher leicht, beide Kirchen zu erkennen und voneinander zu unterscheiden.

Aus unserem Bekenntnis: »Über die wahre Kirche«

Wir glauben, dass man mit der größten Sorgfalt und Klugheit aus dem Wort Gottes prüfen und unterscheiden muss, welches diese wahre Kirche ist, da alle Sekten, so viele ihrer heute in der Welt bestehen, den Titel und Namen der Kirche annehmen und vorschützen. Wir reden jetzt aber durchaus nicht von der Gemeinschaft der Heuchler, welche in der Kirche mit den Guten vermischt sind und zugleich unter diesem Titel der Kirche verborgen sind, aber nicht eigentlich zur Kirche gehören, wenn sie auch in derselben leiblich gegenwärtig sind, sondern von der Unterscheidung des Leibes und der Gemeinschaft der wahren Kirche von allen anderen Sekten, die sich rühmen, Kirche zu sein. Die Kennzeichen, durch welche die wahre Kirche sich von jenen unterscheidet, sind diese: wenn sich die Kirche der reinen Predigt des Evangeliums und der lauteren Verwaltung der Sakramente nach der Einsetzung Christi bedient; wenn sie sich der Kirchenzucht recht zur Besserung der Fehler bedient; wenn sie schließlich (damit wir alles mit einem Wort zusammenfassen) alles nach der Vorschrift des Wortes Gottes tut und alles, was ihm widerstreitet, von sich weist und Christus als einziges Haupt anerkennt. An diesen Kennzeichen kann die wahre Kirche, von der sich keiner trennen darf, mit Sicherheit erkannt werden.

Zeichen der wahren Kirche: Wort & Sakrament

Als Merkzeichen, an denen man die Kirche erkennt, bezeichneten wir die Predigt des Wortes und die Übung der Sakramente. Denn diese beiden können nicht bestehen, ohne Frucht zu bringen und durch Gottes Segen gedeihlich zu sein. Ich behaupte nicht etwa, dass überall, wo das Wort gepredigt wird, sogleich Frucht erwächst, nein, ich meine: es wird nirgendwo aufgenommen und hat nirgendwo seinen festen Sitz, ohne dass es auch seine Wirksamkeit an den Tag bringt.

J. Gresham Machen über höflichen Meinungsaustausch

J. Gresham Machen (1881-1937) war Professor in Princeton und am Westminster Seminary und einer der Gründerväter der Orthodox Presbyterian Church, die heuer ihr 75-jähriges Jubiläum feiert.

Die (Heils-)Notwendigkeit der Kirche – römisch oder reformatorisch?

Unter dieser Überschrift ist mein Artikel in der neusten Ausgabe der Bekennenden Kirche erschienen.

Hier können Sie den Artikel anhören:
Die (Heils-)Notwendigkeit der Kirche

Grundsätze des reformierten Kirchenregiments

Das Kirchenregiment ist die Ausübung der Vollmacht und Autorität, die der Herr Jesus Christus, dem selbst »alle Gewalt im Himmel und auf Erden« übertragen worden ist (Mt 28,18), der Gemeinde in und durch ihre Amtsträger übertragen hat.

Eduard Böhl über die Kirche bei den Erzvätern

Wirklich finden wir in Adams Hause die erste Gemeinde der Gläubigen, Mann, Weib, Kinder. Wir finden Gottes Wort, Kultus, Opfer und Religion, in aller Einfachheit zwar, aber völlig genügend. Wir finden, dass Adam Gott lobt und dankt (Gen 4,25), dass Eva sich im Herrn freut (Gen 4,1), und dass Beide darin dem Herrn gehorsam sind, dass sie den Zugang zum Baum des Lebens nicht erzwingen, sondern von der harten Erde ihr Brot essen und Kinder zeugen. Wir vernehmen, dass sie ihre Kinder die Opfer gelehrt und Zucht geübt, sofern sie Kain aus ihrem Hause ziehen ließen und, was ihnen schwer genug ankommen mochte, keine Gemeinschaft weiter mit ihm pflegten. Erst mit Seth atmen die lange gedrückten Eltern wieder auf, und weissagen einen Fortgang der Kirche (Gen 4,25).

Luther über die Kirche

Ecclesia soll mein Burg, mein Schloss, mein Kammer sein.
Denn außer der christlichen Kirche ist keine Wahrheit, kein Christus, keine Seligkeit.

Martin Luther, Werke, Weimarer Ausgabe, 44; 713,1 und 10,1,1; 140,17.

Wann soll ich meine Gemeinde verlassen?

»Wie kann man nur…?« In einer Zeit, in der (zumindest im europäischen Westen) immer weniger Menschen in die Kirche gehen und die Mitgliederzahlen der Großkirchen mit atemberaubender Geschwindigkeit abnehmen, wie kann man da auf die Idee kommen, man müsste wohlmeinende Christen dazu auffordern, unter bestimmten Umständen ihre jetzigen Gemeinden zu verlassen?