Psalmen

Genfer Psalmen auf deutsch…

…auf einer neuen CD-Einspielung mit zeitgenössischer Begleitung durch das holländische The Psalm Project.

Hier zum Angebot bei Gerth Medien und hier zu iTunes.

Es kann übrigens wunderbar mitgesungen werden, auch mit den gewohnten Texten des Jorissen-Psalters.

Ps 42 und das Verlangen nach illegitimer Gemeinschaft mit Gott

„Dem Vorsänger. Von den Söhnen Korahs. Ein Maskil. Wie ein Hirsch lechzt nach Wasserbächen, so lechzt meine Seele, o Gott, nach dir! Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott: Wann werde ich kommen und vor Gottes Angesicht erscheinen? Meine Tränen sind meine Speise bei Tag und bei Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist [nun] dein Gott? Daran will ich denken, und meine Seele in mir ausschütten, wie ich dahinzog im Gedränge, mit ihnen feierlich dahinschritt zum Haus Gottes unter lautem Jubel und Lobgesang, in der feiernden Menge. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken für die Rettung, die von seinem Angesicht kommt!Mein Gott, meine Seele ist betrübt in mir; darum gedenke ich an dich im Land des Jordan und der Hermongipfel, am Berg Mizar. Eine Flut ruft der anderen beim Rauschen deiner Wasserstürze; alle deine Wellen und Wogen sind über mich gegangen. Am Tag wird der Herr seine Gnade entbieten, und in der Nacht wird sein Lied bei mir sein, ein Gebet zu dem Gott meines Lebens. Ich will sprechen zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mich vergessen? Warum muß ich trauernd einhergehen, weil mein Feind mich bedrängt? Wie Zermalmung meiner Gebeine ist der Hohn meiner Bedränger, weil sie täglich zu mir sagen: Wo ist [nun] dein Gott? Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, daß er meine Rettung und mein Gott ist!“ (Psalm 42)

Luther über das Beten der Psalmen & des Unser Vaters

Ich meine auch, wer’s sollte ein wenig versuchen mit Ernst am Psalter und Vaterunser, der sollte gar bald den andächtigen Gebetlein Urlaub geben und sagen: Ach, es ist nicht der Saft, Kraft, Brunst und Feuer, die ich im Psalter finde; es schmeckt mir zu kalt und zu hart etc.

The Psalm Project

The Psalm Project hat sich zum Ziel gesetzt, Psalmenvertonungen des Genfer Psalters von 1562 zu neuen Tönen zu setzen. Ich finde, das Anliegen ist gut gelungen. Die Psalmen finden so einen schönen Ausdruck!

»… als ob Gott selbst in uns sänge …« – Johannes Calvin über den Psalmengesang

… es ist wahr, was Augustin sagt: dass niemand etwas singen kann, das Gottes würdig wäre, wenn er es nicht von ihm selbst empfangen hat. Darum mögen wir suchen, wo immer wir wollen: wir werden keine besseren und geeigneteren Lieder finden als die Psalmen Davids, die der Heilige Geist ihm eingegeben und gemacht hat. Wenn wir sie singen, so sind wir sicher, dass Gott uns die Worte in den Mund legt, so als ob er selbst in uns sänge, um seine Ehre zu erhöhen …

Calvin über den Psalter

»Ich pflege das Psalmbuch nicht ohne Grund eine Anatomie aller Teile der Menschenseele zu nennen; denn es findet sich kein Gefühl im Menschen, dessen Bild nicht in diesem Spiegel zu finden ist. Alle Schmerzen, alle Traurigkeit, alle Befürchtungen, Zweifel, Hoffnungen, Sorgen, Ängste, ja auch alle die gemischten Regungen schließlich, die den Menschengeist umtreiben, hat hier der heilige Geist nach dem Leben geschildert. Die übrige Schrift enthält die Gebote, die Gott seinen Knechten auftrug zur Verkündigung an uns; im Psalter aber reden die Propheten mit Gott, und weil sie dabei ihre innersten Regungen aufdecken, mahnen und bringen sie jeden von uns zur Prüfung seiner selbst, damit uns keine Schwäche, der wir unterworfen sind, keiner von den vielen Fehlern, die uns anhaften, verborgen bleibe. Es ist eine seltene und große Förderung für uns, wenn einmal alle Winkel unseres Herzens durchsucht werden und es dann auch vom schlimmsten Flecken, der Heuchelei, gereinigt ans Licht gezogen wird. Wenn schließlich das Gebet zu Gott die stärkste Stütze unseres Heils ist, so lässt sich dafür keine bessere und sicherere Weise finden als im Psalter, und je weiter jemand kommt in seinem Verständnis, einen umso größeren Teil der himmlischen Weisheit hat er erlangt. Das aufrichtige Gebet geht hervor erstlich aus der Empfindung unserer Not, dann aber auch aus der Zuversicht auf die Verheißung. Der Psalter aber weckt seine Leser, dass sie ihre Nöte recht empfinden, und macht sie zugleich aufmerksam auf die Hilfsmittel dagegen. Kurzum alles, was uns ermutigen kann, wo es sich ums Gebet zu Gott handelt, das wird uns in diesem Buche gezeigt. Denn wir finden hier nicht nur die Verheißungen, es wird uns hier auch oft ein Mensch gezeigt, der mitten zwischen der Einladung von Gott und den Hindernissen des Fleisches, sich anschickt zu beten, damit auch wir, wenn uns mancherlei Zweifel quälen, ringen lernen, bis sich unser Geist befreit zu Gott aufschwingt. Und nicht nur das, sondern mitten in Bedenken, Furcht und Zittern sollen wir uns zwingen zu beten, bis wir eine Erleichterung spüren, die uns beruhigt. Denn wenn auch der Mangel an Vertrauen unserem Gebet die Tür verschließt, so müssen wir doch wissen, dass wir nicht nachgeben dürfen, wenn unsere Herzen wanken und unruhig sind, bis der Glaube siegreich aus dem Kampf hervorgeht. Tatsächlich können wir an mancher Stelle des Psalters sehen, wie die Knechte Gottes so hin und hergetrieben werden beim Gebet, dass sie abwechselnd fast unterlagen und dann doch wieder durch heißes Ringen die Siegespalme davontrugen. Einerseits zeigt sich dabei die Schwachheit des Fleisches, andrerseits aber erweist sich die Kraft des Glaubens, wenn auch nicht gleich so tapfer, wie man möchte, aber doch bereit zum Kampfe, bis sie allmählich volle Festigkeit erlangt.

Athanasius: Erklärung der Psalmen und warum wir sie singen sollen…

Der Kirchenvater Athanasius (295/298-373) ist uns vor allem bekannt durch seine wichtige Rolle in den trinitarischen Auseinandersetzungen des 4. Jahrhunderts. Er kämpfte wie vielleicht kein anderer gegen die Irrlehre des Arius, der lehrte, dass Christus nicht der ewige Gottessohn sei, sondern geschaffen in der Zeit. Dem gegenüber vertrat Athanasius die biblische Lehre: »Der Sohn ist vom Vater allein, nicht gemacht noch geschaffen, aber gezeugt« (Athanasianum); «gezeugt, nicht geschaffen« (Nizäno-Konstantinopolitanum).

Psalm 2

So Gott will und wir leben, werden wir am kommenden Tag des Herrn Psalm 2 singen.
Das ist ein Psalm, indem zwei gegensätzliche Weltbilder aufeinanderprallen.

Schumann’s »Choral« – Zitat oder Plagiat?

Robert Schumann hat 1848 den Zyklus »Album für die Jugend« für das Klavier komponiert und herausgegeben. Er besteht aus 43 Klavierstücken. Darunter auch ein Choral. Als ich mich gestern hinsetzte, diesen Choral anzuspielen, kam mir die Melodie doch gleich bekannt vor.

Psalm 122 online!

Hier.