Sakramente

Zeichen + Realität = Sakrament (Johannes Calvin)

Zeichen der wahren Kirche: Wort & Sakrament

Als Merkzeichen, an denen man die Kirche erkennt, bezeichneten wir die Predigt des Wortes und die Übung der Sakramente. Denn diese beiden können nicht bestehen, ohne Frucht zu bringen und durch Gottes Segen gedeihlich zu sein. Ich behaupte nicht etwa, dass überall, wo das Wort gepredigt wird, sogleich Frucht erwächst, nein, ich meine: es wird nirgendwo aufgenommen und hat nirgendwo seinen festen Sitz, ohne dass es auch seine Wirksamkeit an den Tag bringt.

Anleitung zur Selbstprüfung vor dem Herrnmahl

Ich habe schon einmal auf diese Ressource hingewiesen, will es aber gerne wieder tun:

Es ist unsere Pflicht, die Pflicht eines jeden Christen, sich selbst sorgfältig zu prüfen, bevor er an den Tisch des Herrn tritt, um dort mit seinen Schwestern & Brüdern das Herrnmahl zu halten:

Fragen vor der Kommunion an die Jugend

In der reformierten Kirche war es stets üblich, dass Jugendliche – das heißt »Kinder des Bundes«, die in der Gemeinde unter den Verheißungen Gottes und einer christlichen Erziehung herangewachsen sind – die Bekenntnis ihres Glaubens ablegen wollen, um damit Zugang zum Tisch des Herrn zu erhalten, dies anhand einiger Fragen tun, die sie in der Katechese (dem kirchlichen Unterricht) gelernt haben.

»Die verborgene Einung Christi mit den Frommen« im Abendmahl (Johannes Calvin)

»Gott hat uns einmal in seine Hausgenossenschaft aufgenommen, und zwar, um uns nicht nur als seine Knechte, sondern als seine Kinder anzusehen. Nachdem er das getan hat, will er aber auch das Amt eines sehr guten Vaters erfüllen, der für seine Kinder sorgt, und dazu nimmt er es auf sich, uns im ganzen Laufe unseres Lebens Speise zu geben. Ja, er hat sich damit nicht zufriedengegeben, sondern uns ein Unterpfand geschenkt, mit dem er uns solcher fortwährenden Freundlichkeit hat vergewissern wollen. Zu diesem Zweck hat er daher seinen Kindern durch die Hand seines eingeborenen Sohnes das zweite Sakrament gegeben, nämlich das geistliche Mahl, in welchem Christus bezeugt, daß er das lebendigmachende Brot ist, durch das unsere Seelen zur wahren, seligen Unsterblichkeit gespeist werden (Joh 6,51).

Gemeindewachstum nach Gottes Art

Zwei Merkmale

Traditionell haben Protestanten anhand zweier bzw. dreier Merkmale beurteilt, ob die Kirche, irgendeine Kirche, eine biblische ist oder nicht – diese sind die Predigt des Evangeliums, der rechte Gebrauch der Sakramente.

Eine alte reformierte Kirchenordnung zum Herrnmahl




Die Kirchen-Ordnung der Christlich-Reformirten Gemeinen in den Ländern Jülich und Berg von 1671 geht auf einen noch hundert Jahre älteren reformierten Vorläufer zurück – die Artikel der Synode von Emden 1571, die wiederum auch ein Vorläufer der Dordrechter Kirchenordnung von 1619 ist (die wir als die unsere angenommen haben).

Das »Essen der Ungläubigen« – Heute noch lutherische Lehre?

In den »Artikel, in denen die Evangelischen Kirchen im Handel des Abendmahls einig oder spänig sind« von 1566 behauptet Ursinus, dass Lutheraner, im Gegensatz zu den Reformierten glauben…

Zu Gast am Tisch des Herrn

Die Bedeutung des Herrnmahls – was es ist – und die Praxis – wie man es darreicht und daran teilnimmt – sind untrennbar miteinander verknüpft. Nach reformiertem Verständnis ist das Mahl des Herrn weder ein „Messopfer“ (römisch-katholisch), noch ein Essen des Leibes Christi in und mit Brot und Wein mit dem „natürlichen Mund“ (lutherisch), noch ein reines Gedächtnismahl (zwinglianisch und weit verbreitet in evangelikalen Kreisen). Vielmehr glauben Reformierte, dass das Herrnmahl die Gemeinschaft mit dem erhöhten Christus durch den Heiligen Geist ist, in der wir Leib und Blut Christi „mit dem Mund des Glaubens“ zu uns nehmen und so durch seinen Leib im Glauben gestärkt werden. Dadurch, dass wir in der Mahlfeier die denkbar engste Gemeinschaft mit dem auferstandenen Herrn haben, ist sie aber auch gleichzeitig die intensivste Form der Gemeinschaft der Gemeinde Jesu. Richtig verstanden ist die „Kommunion“ der Leib Christi auf Erden.

Die drei Merkmale einer gesunden Gemeinde

Man kann und muss die Frage nach den Erkennungsmerkmalen einer wahren, biblischen Kirche theoretisch aufdröseln. Doch sicherlich ist es ebenso hilfreich, solch eine gesunde Kirche, mitsamt den drei klassischen Merkmalen (notae ecclesiae) »in Aktion« zu sehen: wo das Wort Gottes, das Evangelium, lauter und rein gepredigt wird; wo die Sakramente nach Christi Einsetzung ausgeteilt werden; und wo die Kirchenzucht verstanden wird als die konsequente Seelsorge an und in der Gemeinde.