Zitate

Calvin über den Psalter

»Ich pflege das Psalmbuch nicht ohne Grund eine Anatomie aller Teile der Menschenseele zu nennen; denn es findet sich kein Gefühl im Menschen, dessen Bild nicht in diesem Spiegel zu finden ist. Alle Schmerzen, alle Traurigkeit, alle Befürchtungen, Zweifel, Hoffnungen, Sorgen, Ängste, ja auch alle die gemischten Regungen schließlich, die den Menschengeist umtreiben, hat hier der heilige Geist nach dem Leben geschildert. Die übrige Schrift enthält die Gebote, die Gott seinen Knechten auftrug zur Verkündigung an uns; im Psalter aber reden die Propheten mit Gott, und weil sie dabei ihre innersten Regungen aufdecken, mahnen und bringen sie jeden von uns zur Prüfung seiner selbst, damit uns keine Schwäche, der wir unterworfen sind, keiner von den vielen Fehlern, die uns anhaften, verborgen bleibe. Es ist eine seltene und große Förderung für uns, wenn einmal alle Winkel unseres Herzens durchsucht werden und es dann auch vom schlimmsten Flecken, der Heuchelei, gereinigt ans Licht gezogen wird. Wenn schließlich das Gebet zu Gott die stärkste Stütze unseres Heils ist, so lässt sich dafür keine bessere und sicherere Weise finden als im Psalter, und je weiter jemand kommt in seinem Verständnis, einen umso größeren Teil der himmlischen Weisheit hat er erlangt. Das aufrichtige Gebet geht hervor erstlich aus der Empfindung unserer Not, dann aber auch aus der Zuversicht auf die Verheißung. Der Psalter aber weckt seine Leser, dass sie ihre Nöte recht empfinden, und macht sie zugleich aufmerksam auf die Hilfsmittel dagegen. Kurzum alles, was uns ermutigen kann, wo es sich ums Gebet zu Gott handelt, das wird uns in diesem Buche gezeigt. Denn wir finden hier nicht nur die Verheißungen, es wird uns hier auch oft ein Mensch gezeigt, der mitten zwischen der Einladung von Gott und den Hindernissen des Fleisches, sich anschickt zu beten, damit auch wir, wenn uns mancherlei Zweifel quälen, ringen lernen, bis sich unser Geist befreit zu Gott aufschwingt. Und nicht nur das, sondern mitten in Bedenken, Furcht und Zittern sollen wir uns zwingen zu beten, bis wir eine Erleichterung spüren, die uns beruhigt. Denn wenn auch der Mangel an Vertrauen unserem Gebet die Tür verschließt, so müssen wir doch wissen, dass wir nicht nachgeben dürfen, wenn unsere Herzen wanken und unruhig sind, bis der Glaube siegreich aus dem Kampf hervorgeht. Tatsächlich können wir an mancher Stelle des Psalters sehen, wie die Knechte Gottes so hin und hergetrieben werden beim Gebet, dass sie abwechselnd fast unterlagen und dann doch wieder durch heißes Ringen die Siegespalme davontrugen. Einerseits zeigt sich dabei die Schwachheit des Fleisches, andrerseits aber erweist sich die Kraft des Glaubens, wenn auch nicht gleich so tapfer, wie man möchte, aber doch bereit zum Kampfe, bis sie allmählich volle Festigkeit erlangt.

»Das Wort des Trostes« – Kohlbrügge über den Heidelberger Katechismus

Heute auf den Tag vor 152 Jahren, am 7. August 1859, ebenfalls an einem Tag des Herrn, sprach H.F. Kohlbrügge in seiner Morgenpredigt folgende Worte aus, die nichts an Relevanz und Wahrheit eingebüßt haben:

J. Gresham Machen über höflichen Meinungsaustausch

J. Gresham Machen (1881-1937) war Professor in Princeton und am Westminster Seminary und einer der Gründerväter der Orthodox Presbyterian Church, die heuer ihr 75-jähriges Jubiläum feiert.

Der trinitarische Glaube (Johannes von Damaskus)

Johannes von Damaskus 1 (der »Damaszener«; geboren etwa 650 n. Chr.) gilt als einer der letzten großen Kirchenväter.

Das göttliche Drama – Dorothy Sayers

Lasst uns in Himmels Namen das göttliche Drama unter dem furchtbaren Haufen überflächlichem Denken und kitschigem Sentimentalismus hervorziehen, der auf ihm lastet, und lasst es uns auf die offene Bühne bringen, damit es die Welt zu irgendeiner heftigen Reaktion aufschreckt. Wenn die Frommen die ersten sein sollten, die sich dabei erschrecken, dann umso schlimmer für sie; andere werden vor ihnen ins Reich der Himmel eingehen. Wenn alle Menschen sich über Christus ärgern, lass sie sich ärgern! Aber worin liegt der Sinn, dass sie sich über etwas ärgern sollten, das nicht Christus ist und ihm kein Bißchen ähnelt? Wir tun ihm denkbar wenig Ehre, in dem wir seinen Charakter verwässern, bis er er keine Fliege mehr verärgern könnte. Es ist ganz gewiss nicht die Aufgabe der Kirche, Christus den Menschen anzupassen, sondern Menschen Christus.
Das Dogma ist das Drama, nicht wunderschöne Phrasen, auch nicht tröstliche Emotionen, nicht vages Streben nach Freundlichkeit und Auferbauung, nicht das Versprechen von irgendetwas Nettem nach dem Tode – sondern die erschreckende Behauptung, dass derselbe Gott, der die Welt gemacht hat, in dieser Welt gelebt hat und durch das Grab und die Pforten der Hölle geschritten ist.
Das stellt den Heiden vor! Sie mögen es nicht glauben, aber wenigstens mögen sie erkennen, dass dies etwas ist, dass man gerne glauben würde!

Sabbatlektüre: »Am dritten Tage auferstanden von den Toten…« (Johannes Calvin)

Ohne die Auferstehung wäre alles, was wir bisher gesagt haben, eitel Stückwerk. Denn in der Kreuzigung, im Tode, im Begräbnis Christi wird ja lauter Schwachheit offenbar, und der Glaube muß also über das alles hinwegkommen, um zu rechter Kraft zu gelangen.

»Auferstehn, auferstehn!« – H. F. Kohlbrügge

›Auferstehen! Auferstehen!‹ – das ist das mächtige Wort Christi, die mächtige Wahrheit der Gnade Gottes, welche sie behauptet hat und auch behaupten wird bis an den jüngsten der Tage.

Die Notwendigkeit des Gebets

Das Gebet gräbt die Schätze aus, die unser Glaube im Evangelium des Herrn angezeigt gefunden und dort erschaut hat!

J. Calvin, Institutio, III,20,2

Was hat Christus am Kreuz vollbracht?

Am vergangenen Sonntag haben wir im Kirchlichen Unterricht unsere Reihe über den Heidelberger Katechismus kurz unterbrochen, um uns der wichtigen Frage »Was hat Christus am Kreuz vollbracht?« zu widmen. Dabei wurden verschiedene Antworten präsentiert und ins Licht der Heiligen Schrift gestellt. Der Vortrag kann hier angehört und heruntergeladen werden.

Sabbatlektüre: Calvin über Christus unseren Mittler

Aber noch aus einem anderen Grunde mußte der, der uns erlösen sollte, wahrer Gott und wahrer Mensch sein. Denn er sollte ja den Tod überwinden — und wer sollte das vermögen als das Leben? Er sollte die Sünde niederwerfen — und wer sollte das ausrichten als die Gerechtigkeit selber? Die Mächte der Welt, die in der Luft herrschen, sollte er stürzen — und wer sollte das können als eine Kraft, die stärker war als die Welt und alle Gewalten? Bei wem aber ist nun das Leben, bei wem die Gerechtigkeit, bei wem die Herrschaft und Gewalt über alle Himmel — als bei Gott allein? So hat sich Gott in seiner großen Barmherzigkeit selber in der Gestalt seines eingeborenen Sohnes zu unserem Erlöser gemacht, um uns von der Sünde frei zu machen.