Zitate

Olevian über den Namen »Jesus«

…so oft ich den Namen Jesu höre, soll ich an die ganze Seligkeit gedenken, die in dem Namen Jesu mir und allen Gläubigen verheißen wird, wie der Engel selbst den Namen Jesus durch die Verheißung so drinnen begriffen ist, erkläret, da er spricht (Matth. 1 Vs. 21): Dann er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden. So weiß ich, daß er auch mich, der ich an ihn glaub und zu seinem Volk gehöre, und darum zum Glied Christi und seines Volks getauft bin, selig gemacht hat durch sein Verdienst von meinen Sünden, daß sie mir in Ewigkeit verziehen sein, und auch durch seine Kraft von den übrigen Sünden die mich betrüben, entledigen werde, und das ewige Leben, das er durch seinen Geist in mir angefangen, vollkömmlich in mir offenbaren, wenn er erscheinen wird zu unser Erlösung. Also glaub ich, daß auch um meinetwillen der Sohn Gottes diesen herrlichen Namen Jesus, das ist Seligmacher, führe, auf daß er die Wahrheit seines Namens in meiner und aller Gläubigen Seligkeit wirklich und mit der Tat beweise. Getreu ist der, der diesen herrlichen Namen Jesus führet, und der es verheißen hat, der wirds auch tun.

Eduard Böhl über die Kirche bei den Erzvätern

Wirklich finden wir in Adams Hause die erste Gemeinde der Gläubigen, Mann, Weib, Kinder. Wir finden Gottes Wort, Kultus, Opfer und Religion, in aller Einfachheit zwar, aber völlig genügend. Wir finden, dass Adam Gott lobt und dankt (Gen 4,25), dass Eva sich im Herrn freut (Gen 4,1), und dass Beide darin dem Herrn gehorsam sind, dass sie den Zugang zum Baum des Lebens nicht erzwingen, sondern von der harten Erde ihr Brot essen und Kinder zeugen. Wir vernehmen, dass sie ihre Kinder die Opfer gelehrt und Zucht geübt, sofern sie Kain aus ihrem Hause ziehen ließen und, was ihnen schwer genug ankommen mochte, keine Gemeinschaft weiter mit ihm pflegten. Erst mit Seth atmen die lange gedrückten Eltern wieder auf, und weissagen einen Fortgang der Kirche (Gen 4,25).

»Die verborgene Einung Christi mit den Frommen« im Abendmahl (Johannes Calvin)

»Gott hat uns einmal in seine Hausgenossenschaft aufgenommen, und zwar, um uns nicht nur als seine Knechte, sondern als seine Kinder anzusehen. Nachdem er das getan hat, will er aber auch das Amt eines sehr guten Vaters erfüllen, der für seine Kinder sorgt, und dazu nimmt er es auf sich, uns im ganzen Laufe unseres Lebens Speise zu geben. Ja, er hat sich damit nicht zufriedengegeben, sondern uns ein Unterpfand geschenkt, mit dem er uns solcher fortwährenden Freundlichkeit hat vergewissern wollen. Zu diesem Zweck hat er daher seinen Kindern durch die Hand seines eingeborenen Sohnes das zweite Sakrament gegeben, nämlich das geistliche Mahl, in welchem Christus bezeugt, daß er das lebendigmachende Brot ist, durch das unsere Seelen zur wahren, seligen Unsterblichkeit gespeist werden (Joh 6,51).

Bavinck über die Nutzlosigkeit des Glaubens in der (post-)modernen Welt

Vor über hundert Jahren (1904) schrieb der niederländische Pastor und Professor Herman Bavinck folgende zynische Worte einer Rede, die auch heute noch – mutatis mutandis - sehr treffend sind:

Bavinck über die Rechtfertigung in Christus und seinem Tod

Das Evangelium (…) lautet nicht: Gott wird sich selbst mit euch versöhnen, wenn ihr Leute glaubt, Buße tut und seine Gebote erfüllt. Im Gegenteil, es lautet: Weil nämlich Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, rechnete er ihnen ihre Sünden nicht an, sondern beauftragte die Apostel mit dem Dienst und dem Wort der Versöhnung. Und der Inhalt dieses Wortes ist: Gott IST versöhnt; er HAT der Welt ihre Sünden vergeben. Nun glaubt diesem Evangelium, ihr Leute, und tretet ein in diese Versöhnung. Legt selbst eure Feindschaft bei und lasst euch versöhnen mit Gott.

Rom damals und heute

Rom ist der letzte große Betrug der Weltgeschichte, unüberwindlich für alle menschliche Kraft, weil es so viele Elemente der Wahrheit in sich aufgenommen hat, unüberwindlich für die am meisten, die das Wort gefälscht haben.
Kennen wir noch diese Waffen gegen Rom, die ich hier anzubieten wage, oder sind sie völlig verloren gegangen?

Erhebet eure Häupter…! – Calvin über die Sehnsucht nach dem Himmel

Es ist doch wirklich so: das ganze Volk der Gläubigen gleicht, solange es auf dieser Erde wohnt, notwendig den Schafen, die zur Schlachtbank geführt werden; denn es muß Christus, seinem Haupte, gleichgestaltet werden (Röm 8,36). Die Gläubigen wären also die trostlosesten unter allen Menschen, wenn sie ihr Herz nicht zum Himmel erhöben und dadurch all das, was in dieser Welt ist, überwänden und die gegenwärtige Gestalt der Dinge hinter sich ließen (1Kor 15,19).

Luther über die Kirche

Ecclesia soll mein Burg, mein Schloss, mein Kammer sein.
Denn außer der christlichen Kirche ist keine Wahrheit, kein Christus, keine Seligkeit.

Martin Luther, Werke, Weimarer Ausgabe, 44; 713,1 und 10,1,1; 140,17.

Die Predigt Revue passieren lassen

Es ist wieder Montag. Der zweite Tag der Woche! Schnell wird die Gemeinde Gottes, die gestern noch einträchtig unter dem Wort Gottes und bei den Sakramenten versammelt war, wieder eingenommen von der Geschäftigkeit des Berufslebens, des Alltags.

Calvin über das »Tröpflein Glaube«, das uns rettet

Sobald einmal auch nur das mindeste Tröpflein Glaube in unser Herz gesprengt ist, da fangen wir auch schon an, Gottes Angesicht als sanftmütig und freundlich und uns gnädig anzuschauen, freilich vielleicht weitab, in großer Ferne, aber doch mit solch sicherem Blick, daß wir wissen: wir sind keineswegs einer Täuschung verfallen! Schreiten wir dann fort – und wir müssen ja stets fortschreiten! –, so kommen wir, gewissermaßen im Weitergehen, mehr und mehr zu einem näheren und deshalb auch gewisseren Schauen seines Angesichts: so wird es uns gerade im Vorwärtsschreiten immer vertrauter. Ist also unser Sinn durch die Erkenntnis Gottes erleuchtet, so sehen wir ihn im Anfang noch von allerlei Unwissenheit umhüllt, die langsam entweicht. Dadurch jedoch, daß er vieles nicht weiß und auch das, was er sieht, noch dunkel erschaut, wird er doch nicht gehindert, die klare Erkenntnis des göttlichen Willens ihm gegenüber zu genießen – und das ist doch das Erste und Wichtigste im Glauben! Wenn einer gefangen liegt und in seinem Kerker die Strahlen der Sonne bloß durch ein enges Fenster schief und gleichsam halbiert schimmern sieht, so ist es ihm zwar verwehrt, die Sonne frei zu schauen – und doch ist es ein wirklicher Glanz, den er mit seinen Augen erfaßt und sich zunutze macht! Ganz ebenso sind auch wir von den Fesseln des irdischen Leibes umschlossen, und ringsum liegen wir zwar in Dunkel und Schatten; aber wenn uns auch nur ein wenig vom Lichte Gottes bestrahlt und uns seine Barmherzigkeit offenbart, so empfangen wir doch genug Erleuchtung, um zu fester Gewißheit zu kommen.