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Das »Gloria Patri«

Wir singen in der SERK Heidelberg regelmäßig das so genannte »Gloria Patri«, auf deutsch: »Ehre sei dem Vater!« (oder genauer: »Ehre des Vaters«). Sie ist Teil unserer feststehenden Liturgie, wobei auch ab und an andere Lobgesänge seine Stelle einnehmen können.

Die Logik des Eröffnungsteils unserer Liturgie ist folgende:

Zunächst das Votum oder die »Trinitarische Eröffnungsformel«. Das Votum bildet eigentlich den Hilferuf der Gemeinde unmittelbar vor (!) Beginn des Gottesdienstes. Deshalb sitzt die Gemeinde in der Regeln noch während des Votums.

Anschließend erhebt sich die Gemeinde und der Pastor spricht ihnen, als offizieller – das heißt »aufgrund seines Amtes« (officium) – Repräsentant Christi, mit einem Schriftwort den Ruf zur Anbetung zu, eine göttliche, autoritative Aufforderung zu kommen, ihn anzubeten.

Damit ist die Bundesversammlung zwischen Gott, dem Bundesherrn, und der Gemeinde, dem Bundesvolk eröffnet.

Der erste inhaltliche Punkt nach dieser Eröffnung ist der Gruß Gottes. Er besteht aus einem Segenswort, das deutlich macht: der Herr ist segnend und rettend gegenwärtig mitten unter seinem versammelten Volk!

Darauf folgt dann die erste Reaktion der Gemeinde. Kollektiv antwortet die Gemeinde mit Lobpreis, wie es auch angemessen ist.

Dieser erste Lobpreis ist bei uns oft ein formelhafter, kurzer Lobpreis. Manchmal der erste Verse von Psalm 134. Manchmal ein gesungener neutestamentlicher Bibelvers. Oder eben – das »Gloria Patri«.

Das »Gloria Patri« ist besonders geeignet als erster Lobpreis des christlichen Gottesdienstes, da es ihm von vornherein eine explizit trinitarische Ausrichtung gibt.

Das »Gloria Patri« ist ein alter christlicher Hymnus. Manche verorten die lateinische Fassung bereits im 4. Jahrhundert. Diese lautet:

„Gloria Patri et Filio et Spiritui Sancto, sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum, amen.“

Auf deutsch gibt es zwei Fassungen:

„Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.“

Oder, wie wir es singen:

„Ehr‹ sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

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