Blog

»Das Wort des Trostes« – Kohlbrügge über den Heidelberger Katechismus

Heute auf den Tag vor 152 Jahren, am 7. August 1859, ebenfalls an einem Tag des Herrn, sprach H.F. Kohlbrügge in seiner Morgenpredigt folgende Worte aus, die nichts an Relevanz und Wahrheit eingebüßt haben:

»Was soll nun einen Menschen Gottes aufrecht erhalten mitten in diesen Umständen des Lebens, mitten unter den tausenden von Schmerzen, mitten unter all dem, was ihn fortwährend nicht allein abzuziehen droht, sondern auch wirklich abzieht von der lebendigen Quelle? – Das Wort muß ihn halten, das Wort muß ihm wieder helfen, das muß ihn hindurch und über alles hinwegtragen. Dieses Wort haftet dem Anschein, dem Gefühle nach nicht allemal, sondern es kann der Mensch Gottes wohl so daher gehen, daß er ist wie ohne Wort. Ist der Same aber einmal in ihn geworfen, so ist der Same da. Ob man nun auch scheinbar oder dem Gefühle nach ohne Wort ist, so ist der Same dennoch da, ohne daß man es weiß. Das Wort liegt nicht still, sondern es wirkt im Verborgenen voran, bis es mit Einem Mal in der Seele wiederum aufglänzt und hell wird, so daß man wieder gut weiß, woran man ist.

Dies Wort, wovon ich rede, ist das unvergängliche Wort, welches den Menschen Gottes unver- gänglich macht. Dieses Wort geht nicht hoch und nicht tief, sondern es ist sehr einfach, – so einfach, daß alle Klugen und Verständigen ihr Leben lang nicht darauf kommen werden und auch nicht darauf kommen können, – so einfach, daß, wer es hat, des Wortes oft mehr noch als Andere vergessen ist; und so einfach, daß es allein im Stande ist, wieder aufzurichten, zu erquicken, zu trösten, so daß man mit Mut den Stab weiter setzt. Das Wort, das ich meine, haben wir in unserm Heidelberger Katechismus. Dies Wort ist daselbst die allererste Frage und Antwort:

Was ist dein einiger Trost im Leben und im Sterben?

Daß ich mit Leib und Seele, beides im Leben und im Sterben, nicht mein, sondern meines getreuen Heilandes Jesu Christi eigen bin, der mit seinem teuren Blut für alle meine Sünde vollkömmlich bezahlet und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöset hat, und also bewahret, daß ohne den Willen meines Vaters im Himmel kein Haar von meinem Haupt kann fallen, ja auch mir alles zu meiner Seligkeit dienen muß. Darum er mich auch durch seinen Heiligen Geist des ewigen Lebens versichert, und ihm forthin zu leben von Herzen willig und bereit macht.

Ähnliche Beiträge:

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in Bekenntnisse, Heidelberger Katechismus, Zitate. Lesezeichen dauerhaft abspeichern.

Comments are closed.