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Der lutherische Psalter

Das Singen der Psalmen ist vor allem eine reformierte Eigenart. Da die Reformierten das Prinzip »allein die Schrift« (sola scriptura) strikter und konsequenter auf alle Elemente des Gottesdienstes anwandten als die Lutheraner, war es für die Lutheraner weniger ein Problem, die gängigen »Gassenhauer« mit zeitgenössischen christlichen Texten zu versehen. Die Reformierten beharrten darauf, dass vor allem (wenn nicht sogar ausschließlich!) Psalmen im Gottesdienst gesungen werden sollten, sind sie doch das von Gott selbst zu diesem Zweck gestiftete und inspirierte Liederbuch der Gemeinde Gottes.

So gibt es seit den berühmten Straßburger und Genfer Psaltern noch jede Menge reformierte Psalter, also metrischer (sich reimender und rhytmisierter) Bereimungen der Psalter zu Melodien.

Doch die Lutheraner waren auch nicht faul. War es doch kein geringerer als »Doktor Martinus Luder«, der zuerst die Idee hatte, singbare deutsche Psalmen herauszugeben! Einer der bekanntesten lutherischen Psalter ist der Becker Psalter. Cornelius Becker wurde geboren im Jahr, in dem das Niederländische Glaubenbekenntnis veröffentlicht wurde– 1561. Er war später Professor der Theologie in Leipzig und Pfarrer an der dasigen Nicolaikirche.

Becker zeichnet verantwortlich für die Bereimung der Psalmen, die Vertonung, die sich durchsetzte, beschaffte der bekannte Komponist Heinrich Schütz (1558-1672). Zwischen 1628-1661 gab er drei Revisionen heraus bis zur endgültigen Fassung von 1661.

Auch wenn ich den Beckerschen Psalter nicht vorliegen habe und auch bisher nicht im Internet lokalisieren konnte, hier gibt es zumindest eine Auswahl von 20 Psalmen.

Aufgrund der freieren Dichtung halte ich ihn für minderwertig im Vergleich mit dem reformierten Jorissen-Psalter (Bestellmöglichkeit: hier und hier).

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