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Der schwere Ruf des geistlichen Dienstes

Jeder Mensch hat seine Berufung von Gott. Jedes seiner Kinder hat eine vocatio, eine Berufung für sein Leben. Keine Berufung ist jedoch gleichzeitig (!) so schwer und so erhebend wie der Ruf Gottes in den geistlichen Dienst als Pastor.

Adolph Zahn beschreibt diese freudige Last, diese belastende Freude in einer Predigt über Verse aus Hesekiel 3 und 5 mit dem Titel Des Predigers Berufes Schwere, Anfechtung und Erquickung, gehalten im Dom in Halle im späten 19. Jahrhundert.

Ein Auszug daraus:

Da steht hier oben nun ein Menschenkind und soll die anderen warnen. Wie kommst du dazu, kann man mit Recht sagen, was willst du? Und wiederum, wie kannst du von Gottlosen und Gerechten sprechen und Tod und Gericht androhen? Was maßt du dir an? Welche Frechheit, welche Selbstüberhebung, welch ein Hochmut! Aber ein anderer ist es, der uns in dies Amt gesetzt hat und Er will, daß wir reden sollen zur Zeit und zur Unzeit, milde und scharf, sanft und streng. Wehe uns wenn wir schweigen, so fühlen wir das Wort wie ein Feuer in unserem verschlossenen Busen. Nein, nimm deine Posaune an deine Lippen, der HErr ist mit dir, auf seinem Wind fährst Du einher, Er ist deine Kraft und dein Leben, rufe, schweige nicht. Das ist das Schwere unseres Berufes und wenn uns Gott nicht trüge, wir verzagten, wir wichen zurück und geben das Zeugnis auf.

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