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Die Kollekte im Gottesdienst

Schon wieder kommt das gelbe kleine Körbchen durch die Reihe und schon wieder fragen Sie sich vielleicht: Wieso soll ich denn auch noch bezahlen? Ist es nicht schon genug, dass ich regelmäßig in die Kirche gehe?

Woher kommt diese Praxis der „Kollekte“ und ist sie biblisch? Im Alten Testament hat Gott von seinem Volk den so genannten Zehnt gefordert (3. Mos. 27,30) Zehn Prozent der Ernte, des erarbeiteten Reichtums sollten als Regel, ja als Gesetz dem Herrn zur Verfügung gestellt werden. Da Gott selber aber unser Geld nicht braucht, haben die Leviten, die Sippe der Priester und Geistlichen, dieses Geld für die Gemeinde der Israeliten verwaltet und ihren Unterhalt daraus bestritten (vgl. 4. Mos. 18,21-24). Gott den Zehnt vorzuenthalten war nichts weniger als ihn zu berauben (Mal. 3,6-12).

Viele Christen argumentieren nun, dass die Opfervorschriften des Alten Testaments durch das Neuen überholt worden sind. Da wir nicht mehr „unter dem Gesetz“ (Röm. 6,14-15; Röm. 10,4; Gal. 5,18) leben, sind wir auch nicht verpflichtet, den Zehnt von unserem Verdienst an Gott — sprich: an die Gemeinde — abzugeben. Das ist allerdings so als Prinzip nicht haltbar, denn grundsätrzlich gilt: im Alten Testament ist nur abgeschafft, was das Neue explizit verwirft. Darüber hinaus haben wir zumindest indirekten Beleg dafür, dass unser Herr Jesus Christus die Praxis des Zehnten aufrechterhalten wollte: „Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr die Minze und den Anis und den Kümmel verzehntet und das Wichtigere im Gesetz vernachlässigt, nämlich das Recht und das Erbarmen und den Glauben! Dieses sollte man tun und jenes nicht lassen“ (Mt. 23,23).

Also, wir sollen „Erbarmen“ zeigen über die Armen und Bedürftigen, aber trotzdem sollen wir auch Gott den Zehnt nicht vorenthalten. Was allerdings im Neuen Testament zu dieser Praxis hinzukommt  — und sie gewissermaßen revolutioniert: das „Gesetz des Zehnten“ ist nun keine lästige Pflicht mehr, sondern die freudige Gelegenheit, aus Dankbarkeit für das Evangelium unserer Errettung, gerne zu geben.

„Das aber bedenkt: Wer kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer im Segen sät, der wird auch im Segen ernten. Jeder, wie er es sich im Herzen vornimmt; nicht widerwillig oder gezwungen, denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb! Gott aber ist mächtig, euch jede Gnade im Überfluss zu spenden, so dass ihr in allem allezeit alle Genüge habt und überreich seid zu jedem guten Werk… (2. Kor. 9,6-8).

Mögen wir solch fröhliche Geber werden — aus bloßer Dankbarkeit!

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