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Johannes a Lasco über die Absolution

Johannes a Lasco (1499-1560) war ein polnischer Baron und recht früher Reformator. (Er hatte noch 1521 die Priesterweihe erhalten.) Bekannt wurde er vor allem für sein Wirken als Superintendent der (reformierten) Kirche in Emden sowie anschließend als Pfarrer der Flüchtlingsgemeinde in London.

In seinem lateinischen Werk Forma ac ratio behandelt er ausführlich seine Vorstellungen für eine biblische, reformierte Liturgie. Unter anderem behandelt er darin auch die Absolution, d.h. die Zusprechung der Vergebung Gottes durch den Kirchendiener oder Pastor im Gottesdienst.

Er hat folgende wohltuenede Worte zu sagen über die Absolution 1:

Nach dem Gebet zum Sündenbekenntnis verkündet der Diener der gesamten Gemeinde die Absolution und Vergebung der Sünden und spricht:

Allen, die hier versammelt sind und die sich, nachdem sie ihre Sünden bekannt haben, Gott in Demut und Buße darbringen, um Vergebung zu empfangen und die nicht zweifeln, dass ihre Sünden tatsächlich vergeben sind um Christi verdienst am Kreuz willen, und allen, die nun auch von Herzen bereit sind durch Gottes Gnade den alten Menschen mit seinen Lüsten zu kreuzigen, so dass ihr nach eurer geringen Kraft in dem neuen Leben wandelt – all jenen verkündige ich, auf der Grundlage der Verheißung Christi, dass alle eure Sünden euch im Himmel völlig von Gott eurem Vater vergeben worden sind, um Christi unseres Herrn und Retters willen, der auf immer und ewig gepriesen ist! Amen.

Denen jedoch, die ihre Lust an ihren Sünden haben und sich nicht selbst darüber tadeln, sondern vielmehr Gott anklagen aufgrund seiner Strenge, während sie sich selbst entschuldigen; sowie denen, die zwar etwas erschreckt sind über ihre Sünden, jedoch die Gabe der Vergebung, die durch den Tod Christi erkauft wurde, verachten – all denen erkläre ich, auf Grundlage des Wortes Gottes, dass ihre Sünden im Himmel behalten und gebunden bleiben, bis sie selbst Buße tun und sich zu Gott bekehren.

Die Wiederentdeckung dieser Praxis – einer echten Absolution, die nur im Glauben und nicht als Automatismus »funktioniert« und dem Wort Gottes entspricht – kann uns helfen, dass die Menschen, die in unsere Gottesdienste kommen – als Sünder, als belastete Sünder – auch wirklich ihre Lasten loswerden.

Fußnoten:

  1. Johannes a Lasco, Opera, Bd. 2, S. 86
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