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Kirchenvater Cyprian über Einheit und Bekenntnis der Kirche

Cyprian von Karthago (200/210 – 258 n. Chr.) gilt als einer der bedeutendsten Kirchenväter.

Über sein Leben lesen wir kurz:

»Cyprian wurde zwischen 200 und 210 wahrscheinlich bei Karthago in Nordafrika im heutigen Tunesien geboren. Sein ursprünglicher Name war Thascius, den Namen Caecilius nahm er zum Gedenken an den Presbyter dieses Namens an, der ihn bekehrt haben soll. Er gehörte einer altgläubigen (heidnischen) und wohl der Oberschicht zuzurechnenden Familie an und war römischer Bürger. Seine Familie ermöglichte ihm eine gute Ausbildung, vermutlich mit dem Ziel, Rhetor zu werden. Seine Taufe fand 245 oder 248 statt. Bald gab er den Armen einen Teil seines Vermögens, widmete sich strengen Bußritualen und dem Studium der Bibel und der frühen christlichen Autoren, besonders Tertullians. Bereits kurz nach seiner Bekehrung schrieb er die Epistola ad Donatum de Gratia Dei, eine Abhandlung über die Eitelkeit der Götzen und umstrittene Arbeiten gegen die Juden. Schon bald nach seiner Taufe wurde er Diakon und Presbyter, im Jahr 248 wurde er zum Bischof von Karthago gewählt. Während der Verfolgung der Christen unter Decius (Januar 250 bis April 251) rettete er sich durch Flucht, sein Besitz wurde beschlagnahmt. Seine Flucht wurde nicht nur von seinen innerkirchlichen Gegnern als Feigheit, Verrat und Untreue gedeutet, zumal zugleich nicht wenige afrikanische Christen das Martyrium erlitten. Der römische Klerus etwa drückte Cyprian in einem Schreiben seine Missbilligung aus. Er dagegen entschuldigte sich damit, dass er aufgrund von Visionen und einem göttlichen Befehl gehandelt habe. Aus seinem Exil heraus führte er über loyale Diakone seine Gemeinde weiterhin mit Eifer und Ernst, dennoch blieb sein Verhalten fragwürdig und machte ihn in den Augen vieler sehr angreifbar. 
Im Frühjahr 251 konnte er nach dem Abflauen der decischen Verfolgung nach Karthago zurückkehren und damit beginnen, seine Autorität als Bischof wiederherzustellen. Die folgenden Jahre waren geprägt von heftigen Auseinandersetzungen mit Rom (Ketzertaufstreit). Unter Kaiser Valerian flammte dann die Verfolgung wieder auf. Dieses Mal suchte Cyprian geradezu das Martyrium und wurde am 30. August 257 dem Proconsul (Statthalter) Aspasius Paternus vorgeführt. Auf die Frage des Proconsuls, wer er sei, soll Cyprian geantwortet haben: Christianus sum, et Episcopus. Nullos alios deos novi, nisi unum et verum Deum, qui fecit caelum et terram, mare, et quae sunt in eis omnia. Huic Deo nos Christiani deservimus: hunc deprecamur diebus ac noctibus, pro nobis et pro omnibus hominibus, et pro incolumitate ipsorum Imperatorum. (Proconsularische Akten; deutsch: „Ich bin Christ und Bischof. Ich kenne keine anderen Götter als allein den einen und wahren Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, das Meer, und alles, was darin ist. Diesem Gott dienen wir Christen, ihn flehen wir Tag und Nacht an, für uns und alle Menschen, auch für das Wohlergehen der Kaiser“). Cyprian muss bewusst gewesen sein, dass dieses Bekenntnis einem Todesurteil gleichkam. Vom Proconsul wurde er nach Curubis verbannt und später auf seinem Landgut interniert.
Am 13. September 258 wurde er durch den neuen Proconsul Galerius Maximus, den Nachfolger des Paternus, zum Tode verurteilt und am folgenden Tag bei Karthago öffentlich enthauptet.« 1

Cyprians in ihrer Wirkungsgeschichte wohl bekannteste Schrift ist die Über die Einheit der katholischen Kirche (De catholicae ecclesiae unitate). Darin behandelt er die biblische Lehre von der Einheit (Katholizität) der einen, wahren Kirche Jesu Christi. Sie ist uns ein teures Glaubensgut, dass wir um keinen Preis aufgeben dürfen – gerade in der fragmentierten kirchlichen Welt von heute.

Unterwegs macht Cyprian bemerkenswerte Aussagen wie:

Jeder, der sich von der Kirche trennt und sich mit einer Ehebrecherin verbindet, schließt sich aus von den Verheißungen der Kirche, und wer die Kirche Christi verläßt, wird nicht zu den Belohnungen Christi gelangen. Er ist ein Fremder, er ist ein Unheilige[sic], er ist ein Feind. Gott kann der nicht mehr zum Vater haben, der die Kirche nicht zu Mutter hat. Wenn irgendeiner zu entrinnen vermochte, der außerhalb der Arche Noes[sic] war, nur dann mag auch einer entkommen, der draußen, außerhalb der Kirche steht. Der Herr mahnt und sagt: »Wer nicht mit mir ist, ist wider nicht, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut«. Wer den Frieden und die Eintracht Christi bricht, der handelt wider Christus; wer anderwärts, außerhalb der Kirche sammelt, der zerstreut die Kirche Christi. Der Herr sagt. »Ich und der Vater sind eins« . Und wiederum, steht über den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist geschrieben:« Und diese drei sind eins! . Und da glaubt jemand, diese der göttlichen Festigkeit entstammende und mit himmlischen Geheimissen engverbundene Einheit könne bei der Kirche zerrissen und durch den Widerstreit einander widerstrebender Meinungen aufgelöst werden? Wer an dieser Einheit nicht festhält, der hält nicht fest an Gottes Gesetz, der hält nicht fest den Glauben an den Vater und den Sohn, der hält nicht fest am Leben und am Heile. 2

In Kapitel 7 dieser kurzen Schrift vergleicht er auf allegorische Weise die Einheit der Kirche mit dem ungenähten und unzerteilt gebliebenen »Rock Christi«.

In Kapitel 21 behandelt er das Thema des Bekenntnisses und ermahnt die »Bekenner Christi« zu einem Leben (und Sterben!), das diesem Bekenntnis auch entspricht:

Das Bekenntnis ist nur der erste Schritt zum Ruhme, nicht etwa schon der Gewinn der Krone, und es bildet nicht die Vollendung des Ruhmes, sondern nur den Anfang der Würdigkeit, Und da geschrieben steht: »Wer ausharret bis ans Ende, der wird selig sein« , so ist alles, was vor dem Ende liegt, nur eine Vorstufe, auf der man zum Gipfel des Heils emporsteigt, nicht das Endziel, mit dem man bereits die höchste Spitze erreicht hat. Ein Bekenner ist er: aber nach dem Bekenntnis ist die Gefahr nur noch größer, weil der Widersacher jetzt noch mehr gereizt ist. Ein Bekenner ist er: um so mehr muß er dann zu dem Evangelium des Herrn stehen, nachdem er durch das Evangelium von dem Herrn seinen Ruhm erlangt hat. »Wem viel gegeben wird, von dem wird viel gefordert, und wem viel Würde zuteil wird, von dem wird mehr Unterwürfigkeit verlangt« . Niemand möge durch das böse Beispiel eines Bekenners sich ins Verderben stürzen lassen, niemand möge Ungerechtigkeit, niemand möge Übermut, niemand möge Treulosigkeit im Glauben dem schlimmen Wandel eines Bekenners ablernen! Ein Bekenner ist er: dann sei er demütig und friedfertig, er sei in seinem Tun züchtig und bescheiden, damit er, der ein Bekenner Christi heißt, Christus, den er bekennt, auch nachahmt!

In Kapitel 22 schließlich spricht Cyprian von der Kirche als der »Gemeinschaft des Bekenntnisses«, derer sich niemand entziehen darf. Überhaupt ist der Begriff des »Bekenners« für die Glieder am Leib Christi ein sehr interessanter!
Dies deckt sich natürlich mit seinem eigenen Leben, das ja, wie oben erwähnt, ein jähes Ende nahm, weil Cyprian selbst ein solcher Bekenner war, der mit einem Bekenntnis zu Christus auf den Lippen den Tod fand:

Ich bin Christ und Bischof. Ich kenne keine anderen Götter als allein den einen und wahren Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, das Meer, und alles, was darin ist. Diesem Gott dienen wir Christen, ihn flehen wir Tag und Nacht an, für uns und alle Menschen, auch für das Wohlergehen der Kaiser.

In Kapitel 23 formuliert er dann noch einmal fast hymnenartig die biblische Lehre der Einheit des Leibes Christi:

Nur einen Gott gibt es und nur einen Christus, nur eine Kirche und nur einen Glauben und nur ein Volk, das durch den Kitt der Eintracht zu einem festen, einheitlichen Körper verbunden ist. Diese Einheit läßt sich nicht spalten, und der eine Leib kann durch eine gewaltsame Trennung seines festen Gefüges nicht geteilt, kann durch das Zerreißen und Zerfleischen seines Inneren nicht zerstückelt werden. Was immer vom Mutterleib sich trennt, das kann für sich gesondert nicht leben und atmen, das verliert die Möglichkeit des Heils.

Hier die ganze Schrift als PDF zum nachlesen.

Fußnoten:

  1. Quelle: Wikipedia
  2. Hervorhebungen von mir.
Dieser Artikel wurde veröffentlicht in Bekenntnisse, Biografien, Kirche, Kirchengeschichte. Lesezeichen dauerhaft abspeichern.

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