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Kohlbrügges Trost aus dem Katechismus

Vor einiger Zeit, als ich wegen der bittern Not meiner Seele mein Bett mit meinen Tränen netzte und um Antwort anhielt, darum anhielt, daß der Herr ein Wort des Friedens zu meiner Seele sprechen möchte, war es mir anfangs, als ob ich verstoßen wäre; aber indem ich nicht losließ, ward es mir bald, als hörte ich eine große Menge in vollem Chore singen:

Harrt auf den Herrn, ihr Frommen,
Bei ihm ist Gnad und Huld.
Das Heil wird von ihm kommen,
Harrt seiner mit Geduld.
Er wird von allem Bösen,
Von Sünd’ und Jammer hier
Sein Israel erlösen;
Das tu’ er auch an mir!

Und nicht lange darnach trat mir das Wörtlein „und alles“ aus der Antwort auf die 27. Frage unseres Heidelberger Katechismus vor die Seele und wurde mir in solcher Lieblichkeit und Süßigkeit gleichsam zugeflüstert, als ob eine sanfte Hand die brennende Wunde auf einmal geschlossen hätte. Ich lachte wie ein Kind an der Mutterbrust und dachte zugleich: Der Jüngling, welcher dieses kleine Buch verfaßte, worin so viel steht, daß man es in hundert Jahren nicht ausliest, war doch ein Prophet des Herrn! Darauf gedachte ich der Verheißung bei dem Propheten Joel (Kap. 3): „Eure Söhne und Töchter sollen weissagen“.

(H.F. Kohlbrügge, Die Sprache Kanaans, S.5)

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