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»…Maria, von welcher Jesus geboren ist…« - Kohlbrügge über Mt 1,16

Als Alternative zu Konsum und sentimentalen Weihnachtsliedern macht es Sinn, dass wir uns in diesen Tagen besinnen über die zentrale christliche Lehre der Inkarnation, d.h. der Fleischwerdung des ewigen Gottessohns Jesus Christus.

H.-F. Kohlbrügge, Pastor der niederländisch-reformierten Gemeinde in Elberfeld, beschreibt in seiner Schrift Das Wort ward Fleisch – Betrachtung über das erste Kapitel des Evangeliums nach Matthäus die wunderbare Art und Weise, mit der das Reich Gottes in den Ankündigungen und der Erfüllung der Jungfrauengeburt, ganz nahe herbeigekommen ist.

Ich werde d.v. am Freitag nachmittag über Matthäus 1,16 anhand von Sonntag 14 des Heidelberger Katechismus predigen:

Geschlechtsregister Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.

Abraham zeugte den Isaak; Isaak zeugte den Jakob; Jakob zeugte den Juda und seine Brüder; Juda zeugte den Perez und den Serach mit der Tamar; Perez zeugte den Hezron; Hezron zeugte den Aram; Aram zeugte den Amminadab; Amminadab zeugte den Nachschon; Nachschon zeugte den Salmon; Salmon zeugte den Boas mit der Rahab; Boas zeugte den Obed mit der Ruth; Obed zeugte den Isai; Isai zeugte den König David. Der König David zeugte den Salomo mit der Frau des Uria; Salomo zeugte den Rehabeam; Rehabeam zeugte den Abija; Abija zeugte den Asa; Asa zeugte den Josaphat; Josaphat zeugte den Joram; Joram zeugte den Usija; Usija zeugte den Jotam; Jotam zeugte den Ahas; Ahas zeugte den Hiskia; Hiskia zeugte den Manasse; Manasse zeugte den Amon; Amon zeugte den Josia; Josia zeugte den Jechonja und dessen Brüder zur Zeit der Wegführung nach Babylon.

Nach der Wegführung nach Babylon zeugte Jechonja den Schealtiel; Schealtiel zeugte den Serubbabel; Serubbabel zeugte den Abihud; Abihud zeugte den Eljakim; Eljakim zeugte den Asor; Asor zeugte den Zadok; Zadok zeugte den Achim; Achim zeugte den Eliud; Eliud zeugte den Eleasar; Eleasar zeugte den Mattan; Mattan zeugte den Jakob; Jakob zeugte den Joseph, den Mann der Maria, von welcher Jesus geboren ist, der Christus genannt wird. (Matthäus 1:1–16)

Und der entsprechende Sonntag 14 im Katechismus:

Sonntag 14

35. Frage: Was bedeutet: Empfangen durch den heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria?

Der ewige Sohn Gottes, der wahrer und ewiger Gott ist und bleibt, hat durch Wirkung des Heiligen Geistes wahre menschliche Natur aus dem Fleisch und Blut der Jungfrau Maria angenommen, so dass er auch der wahre Nachkomme Davids ist, seinen Schwestern und Brüdern in allem gleich, doch ohne Sünde.

36. Frage: Was nützt es dir, dass er durch den Heiligen Geist empfangen und von der Jungfrau Maria geboren ist?

Er ist unser Mittler, und er bedeckt vor Gottes Angesicht mit seiner Unschuld und vollkommenen Heiligkeit meine Sünde, in der ich immer schon lebe.

So sei hier Kohlbrügge zu dieser Schlüsselstelle aus Matthäus 1 etwas ausführlich zitiert:

Wo wir nun hier das schlichte Zeugnis des Evangelisten lesen: «Jakob hat gezeugt den Joseph, den Mann der Maria,“ da sollen wir billig staunen, uns in den Staub niederwerfen und ausrufen: Du allein bist Gott! Wo ist ein solcher Gott wie du! – Denn hier ist in der Tat des Unmöglichsten Unmögliches. – Dieser Jakob, Matthans Sohn, war nämlich der letzte Kronerbe Davids und das Reich- und Kronrecht haftete ausschließlich an seinem Samen. Dieser Same war aber eine Tochter. Allerdings hatte diese Tochter in Ermangelung eines Sohnes des Vaters Rechte: aber die legitime Thronfolge erreichte mit ihr ein Ende und mit der Hoffnung auf den verheißenen Davids-Sohn war es vorbei. Denn wenn sie auch als Erbtochter durch Vermählung mit einem Manne aus dem Stamme ihres Vaters ihr Geschlecht rechtsgültig fortpflanzen konnte, so konnte doch kein Mann auf Erden ihr den Sohn erwecken, der die Verheißung hatte. Aus dem Leibe, dem Samen des Königs David mußte der Same hervorgehen, und das war bei der Lage der Dinge unmöglich, oder Maria mußte, ohne einen Mann zu kennen, als Jungfrau einen Sohn bekommen, der ihre Rechte, den Stuhl seines Vaters David erbte und also über Jakob König wurde. Da es aber der Natur gemäß eine Unmöglichkeit ist, daß eine Jungfrau gebäre, so war es mit den Verheißungen Gottes, mit dem Eide dem David geschworen aus und vorbei – oder ein Allerhöchster mußte selbst ins Mittel treten.

Das hat er getan, und auf eine Weise getan, wie eben Gottes Weise und Tun ist. Ohne Zweifel hatte er es so fügen können, daß die Jungfrau, in dem Bewußtsein, daß sie die Thronerbin war; davon durchdrungen, daß das Kronrecht aus ihr nicht auf einen Mann zum ewigen Besitze übergehen konnte, wenn sie nicht als Jungfrau gebar; daß sie, vertraut mit der Weissagung des Propheten, urplötzlich den Worten geglaubt hätte: „siehe! die Jungfrau wird schwanger sein!“ Solchen Glauben hatte sie allen ihren Gefährtinnen mitgeteilt, und sie bei sich behalten bis sie geboren hätte. Das wäre dann gleichsam mit Trompeten und Paukenschall hergegangen; die Kunde davon hatte das Land erfüllt, und alle Welt hätte an ihn geglaubt. – Aber Gottes Reich ist ein Reich des Worts, des Glaubens, der Gnade; es herrscht in den Gewissen und Herzen und bedarf des Rumors nicht. Nicht in solcher Weise macht Gott seine Barmherzigkeit kund. Wo er daherfährt und seine Gnade kommen läßt, da bemerkt man seine Fußstapfen nicht; unsichtbar macht er die Hand, welche heilt und vom Tode errettet; was er tut, tut er allein, und so hat er Himmel und Erde allein gemacht und die Menschenkinder geschaffen, da schon alles fertig war, ohne daß sie dabei gewesen.“ (Kohlbrügge, Das Wort ward Fleisch, S. 44-45)

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