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Mitgliedschaft in einer reformierten Kirche…

Am 11. Juni 1936 gründete J. Gresham Machen, zusammen mit einigen anderen Pastoren das, was Jahres später die Orthodox Presbyterian Church of America werden sollte. Seine bewegenden Worte zu diesem Ereignis:

Endlich waren wir Mitglieder einer wahren Presbyterianischen Kirche; wir entdeckten endlich wahre christliche Gemeinschaft. Welch freudiges Ereignis! Wie die langen Jahre des Kampfes ins Nichts versanken verglichen mit der Freude und dem Frieden, der nun unsere Herzen erfüllte.

Diejenigen, für die das »Reformiert Sein« nicht nur ein Anstrich ist, sondern die Essenz ihres Bekenntnisses, ja die Essenz biblischen Christentums, können solch eine Aussage, samt ihrer Emotionen, vielleicht nachvollziehen. Und sie können vielleicht auch nachvollziehen, welch wunderbares Ereignis es war, als wir in der SERK Heidelberg am Reformationstag, de. 31. Oktober 2010, die ersten acht Mitglieder (vier nach öffentlichem Bekenntnis des Glaubens nach unserem Formular und vier durch Überweisung) aufnehmen konnten.

Mitgliedschaft in einer Ortsgemeinde ist keine kleine Sache. Manchmal minimalisieren wir die Bedeutung der formalen Kirchenzugehörigkeit aus lauter Angst davor, römisch-katholisch zu sein oder als Reaktion gegen die volkskirchliche Praxis. Immer wieder höre ich den Refrain:

Ich bin doch ein Glied am Leib Christi, an der unsichtbaren Kirche! Und außerdem bin ich schon viel zu oft enttäuscht worden von der Kirche. Wieso soll ich da noch Mitglied einer institutionalisierten Kirche werden?

Diese negativen Erfahrungen und die Emotionen, die damit verbunden sind, sind traurig – und völlig verständlich. Aber sie dürfen nicht unsere ganze Theologie, unser ganzes Verständnis von Kirche färben.

In der Heiligen Schrift finden wir keine solch radikale Trennung zwischen dem unsichtbaren Leib Christi und der sichtbaren Versammlung der Jünger oder »Ortsgemeinde«. (Es ist sogar davon auszugehen, dass man schon zur Zeit der frühen Christenheit, also im Neuen Textament selbst, verbindlich der »Gemeinde im Hause des soundso« angehörte.)

Unser Herr Jesus Christus selbst verknüpft in einer wichtigen Lehrstunde über die Grundlage der Kirche Jesu (in Cäsarea Philippi) die sichtbare Gemeinde ganz eng, ja untrennbar eng mit der sichtbaren Gemeinde und ihren Amtsträgern. Nachdem er dem Apostel Petrus zusagt: »…auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen«, gibt er ihm, stellvertretend für die Apostel, die Schlüssel des Himmelreichs:

Und ich will dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben; und was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein; und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.

Er sagt hier wohl gemerkt nicht: »Was ihr hier auf Erden in der sichtbaren Gemeinde tut hat keinerlei Auswirkungen auf eure Mitgliedschaft am unsichtbaren Leib Christi!« Ganz im Gegenteil! Er sagt, mit anderen Worten: Die Mitgliedschaft in der sichtbaren, institutionalisierten Kirche – wenn sie denn eine wahre Kirche ist! – hat einen großen geistlichen Nutzen, ja sie kann die Gewissheit stärken, wie der Heidelberger Katechismus es ausdrückt, »…dass auch ich ein lebendiges Glied dieser Gemeinde bin und ewig bleiben werde.« (Frage 54)

Oder, nochmal anders ausgedrückt: wir bekennen in unseren Bekenntnisschriften – und zwar nicht nur den reformierten, sondern auch den lutherischen, ja die »katholische Christenheit hat dies immer bekannt! –

Extra ecclesiam salus non est (Kirchenvater Cyprian)

Und weiter:

Wir glauben, dass […] diese heilige Gemeinschaft und Versammlung aus denen besteht, die gerettet werden, und außer ihr kein Heil ist […] (Glaubensbekenntnis, Artikel 28)

Wir in der SERK nehmen die Mitgliedschaft sehr ernst. Und wir freuen uns über unsere ersten Mitglieder! Möge der Herr noch viele seinem Volk hinzutun in den nächsten Jahren!

Wen es interessiert – hier eine Vorlage unserer Mitgliedschaftsurkunde (PDF), die alle Mitglieder erhalten.

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