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»O der wundergroßen Gnaden« (Abendmahlslied)

Melodie: Psalm 42 aus dem Genfer Psalter
Text: Anna Maria von Hessen-Darmstadt

1. O der wundergroßen Gnaden,
Heißet das nicht Gütigkeit,
Dass uns Jesus hat geladen
Zu dem Tisch, den er bereit‹t?
Jesus ladet uns zu Gast,
Dass wir aller Sorgenlast,
Aller Sünd‹ und Not entnommen,
In den Himmel mögen kommen.

2. Er, der Heiland, will uns speisen
Und auch selbst die Speise sein:
Heißet das nicht Gnad erweisen?
Ist er nun nicht dein und mein?
Er giebt sich uns selbst zum Theil,
Dass wir möchten werden heil
Von den tiefen Seelenwunden,
Die sonst bleiben unverbunden.

3. Herr, du hast dich hingegeben
Unsertwegen in den Tod,
Dass wir möchten wieder leben
Frei von Sünden, Straf und Not;
Aber deiner Liebe Macht
Hat dich auch dahin gebracht,
Dass du selbst wirst Seelenspeise:
O der nie erhörten Weise!

4. Nun, zu dir komm ich geschritten,
O mein Heiland Jesu Christ!
Lass dich jetzt von mir erbitten,
Weil für mich bereitet ist
Dein so theurer Gnadentisch,
Dass sich meine Seel‹ erfrisch‹;
Du wollst ihren Hunger stillen
Und in ihrem Durst sie füllen.

5. Ach, du wollest, Herr, mich laben
Mit dem rechten Himmelsbrot
Und mit reichem Trost begaben,
Wider alle Sündennot.
Ach, lass deinen Lebensquell
Mich auch machen rein und hell,
Dass mein Herz mit Gnad‹ getränket,
Preis und Dank stets auf dich lenket.

6. Räume, bitt ich, Leib und Seele
Ganz von allem Bösen aus,
Dass auch mich fortan erwähle,
Herr, dein Geist zu seinem Haus.
Ach, verleihe, dass ich nicht
Ess und trinke zum Gericht,
Da du dich zum Heil und Leben
Und Erlösung mir gegeben.

7. Leite mich durch deine Güte
Stets mit deinem guten Geist,
Dass ich mich vor Sünden hüte
Und das suche allermeist,
Was du willst und dir gefällt,
Dass ich mich der bösen Welt
Mag in Gottesfurcht entziehen,
Ihre bösen Lüste fliehen.

8. Gieb mir auch Geduld in Leiden
Und des wahren Glaubens Licht;
Lass mich Geiz und Hoffahrt meiden;
Hilf, dass ich ja zürne nicht,
Wenn mein Nächster mich betrübt;
Sondern, wie du mich geliebt
Und mir meine Schuld vergeben,
Lass mich mit ihm friedlich leben.

9. Dir, ja dir, will ich nun schicken
Mein ganz müd und mattes Herz.
Ach, das wollest du erquicken
Und wegnehmen meinen Schmerz.
Nimms zu deiner Wohnung ein,
Lass es dir zum Tempel sein,
Du wollst selbst darinnen leben.
Herr, dir sei es ganz ergeben.

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