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Olevianus erklärt das Evangelium

Caspar Olevianus erläutert das Evangelium in seiner Schrift Vom Gnadenbund Gottes, S.8-9 der Transkription, folgendermaßen:

Was das Evangelium sei, begehr ich noch verständlicher von dir zu hören.

Das Evangelium oder die fröhliche Botschaft, welche die Herzen der armen verdammten Sünder erfreuet, ist ein Offenbarung des väterlichen und unwandelbaren Willen Gottes, darin er uns Unwürdigen verheißt, und mit der Tat leistet, in dem er seinen Sohn für uns in den Tod gibt und auferwecket, daß alle unsere Sünden in Ewigkeit abgetilget und verziehen sind. Denn dieweil Christus nicht in seinen, sondern in unsern Sünden gestorben ist, als hätt er sie selbst allein allsammen getan, und daß denselben allen unsern Sünden, als ein starker Überwinder, auferstanden (I. Cor. 15 Vs. 17): Daraus folget, daß nicht eine von allen unsern Sünden überblieben, für welcher er nicht vollkömmlich bezahlt habe. Dann wenn noch eine Sünde aus allen denen Sünden, welche Christus auf sich genommen hat, überblieben wäre, so hätt er müssen im Tod bleiben, und nicht können auferstehen. Denn wo noch eine Sünd ist, da ist auch der ewig Tod, wie Gott selbst geredt hat (Deut. 27). Und zwar der Sold der Sünden ist der Tod (Röm. 6 Vs. 23). Derhalben weil Christus aus allen unsern Sünden als ein Überwinder in unserm Fleisch (welches er angenommen hat, und in Ewigkeit behält) aufersteht, solches ist uns ein offensichtlich Zeugnis, daß wir für den Augen Gottes so rein und gerecht gehalten werden, als Christus Jesus war, da er aus dem Grab auferstund (Röm. 4 Vs. 24). Zugleich mit verheißt Gott im Evangelio (I. Kor. 15 Vs. 17) durch diesen Christum, und gibt mit der Tat den Hl. Geist, der die Herzen von den Sünden und vom Reich des Teufels zu ihm bekehre, und gebe uns Zeugnis, daß wir Kinder Gottes sein, und Freud in Gott und ewiges Leben hienieden in diesem Leben in uns anfache, und droben im Himmel in uns vollende. Welches alles Gott umsonst uns anbeutet im Evangelio und schenket, ohne einiges Ansehen unser vorigen gegenwärtigen oder zukünftigen Verdienst oder Frommheit, und eignet es uns alles zu aus Gnaden, durch den Glauben, auf daß, wer sich rühmet, der rühme sich des Herrn (Jer. 9 Vs. 24; I. Kor. 1 Vs. 31).

Es kann auch kürzer also beschrieben werden: Das Evangelium ist eine Offenbarung des väterlichen und unwandelbaren Willen Gottes, darin er verheißt allen Gläubigen, daß ihre Sünden von Ewigkeit ihnen verziehen sind, und in Ewigkeit verziehen bleiben, also, daß deren in Ewigkeit nicht soll gedacht werden, daß er auch den Hl. Geist und das ewige Leben gebe, umsonst, ohne alle unsere vorige gegenwärtige oder zukünftige Verdienste, von wegen des freiwilligen Opfers dieser fürtrefflichen Person Christi, wahren Gottes und wahren Menschens, welches Opfer von Ewigkeit vor dem Angesicht Gottes gegenwärtig, danach verheißen, nun aber geleistet und vollbracht ist, und in Ewigkeit seine Kraft behält zu unser vollkommenen Erlösung (Ephes. 1. Vs. 7).

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