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Sind Sie ein guter Predigthörer?

Wir gehen als Christen Woche für Woche in die Kirche und fragen uns: „Werden wir heute eine gute Predigt hören?“ – Und mit Recht! Doch wie oft fragen wir uns selbst: „Werde ich heute ein guter Predigthörer, eine gute Predigthörerin sein? Und doch gehört beides dazu, wenn wir aus der Verkündigung den Profit schlagen wollen, den der Herr selber uns in Aussicht stellt. Das gute, aufmerksame, konzentrierte Zuhören auf die Predigt ist einer der wichtigsten und aktivsten Beiträge der Gemeinde zum Gottesdienst. Die Predigt ist keine »One-Man-Show«. Vielmehr ist sie die Ansprache Gottes, die von uns mit Respekt, Bereitschaft zum Hören undzum Gehorchen beantwortet werden will. Wir glauben, dass in der Predigt Gott selbst zu uns redet – auf eine besondere Art und Weise.

Wenn also heute dieses Wort Gottes durch rechtmäßig berufene Prediger in der Kirche verkündigt wird, glauben wir, dass Gottes Wort selbst verkündigt und von den Gläubigen vernommen werde, dass man aber auch kein anderes Wort Gottes erfinden oder vom Himmel her erwarten dürfe: Und auch jetzt müssen wir auf das Wort selber achten, das gepredigt wird, und nicht auf den verkündigenden Diener; ja, wenn dieser sogar ein arger Bösewicht und Sünder wäre, so bleibt nichtsdestoweniger das Wort Gottes wahr und gut. (Zweites Helvetisches Bekenntnis, Artikel 1)

Niemand nimmt von einer Predigt so viel mit, wie der, der ernsthaft erwartet, dass der lebendige Gott zu ihm reden wird. Wie ein Prediger sich die Woche über auf seine Predigt vorbereitet und dafür betet, sollten wir alle uns darauf vorbereiten. Wir sollten alle für den Pastor beten, seine Vorbereitung und Verkündigung, sowie für unser Hören (z.B. Jes. 50,4; Ps. 95,8-9 und Hebr. 4,7). Sicherlich hilft es, die Woche über den Predigttext schon einmal zu studieren oder auswendig zu lernen. Möglicherweise kann man auch eine verpasste Predigt nachträglich hören. Körperlich sollte man frisch und aufnahmefähig sein, denn wer physisch nicht da ist, wird auch geistlich nichts mitnehmen. Ausreichend Schlaf in der Nacht auf Sonntag ist natürlich Voraussetzung dafür. Aber auch geistlich: wer gar nicht bereit ist, herausgefordert zu werden, von eigener Schuld überführt zu werden, Buße zu tun, zu glauben und zu gehorchen, dessen Ohr und Herz bleiben geschlossen.

Paulus sagt: „Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung . . .“ (Röm. 10,17). Und Jesus Christus spricht: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach“ (Joh. 10,27). Möge das von uns allen stimmen an diesem — und an jedem! — Sonntag.

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