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Unser Missionar: Andrea Ferrari

Die Gemeinde Jesu ist nicht nur angehalten, selber das Evangelium allen Menschen zu bringen, sie in die Gemeinde einzugliedern und zu stärken durch die Sakramente und die Lehre (Mt 28,19-20), sondern auch, andere Gemeinden und Individuen zu unterstützen, die in diesem Dienst der Mission stehen.

Schon die frühe christliche Kirche hat das getan (vgl. etwa 2Kor 9) und es ist ein Gebot der Liebe und eine Konsequenz des Missionsbefehls. Niemand kann es alleine tun. Wir sind darauf angewiesen, dass Verkündiger als Friedensboten sich senden lassen und in alle Welt gehen (Röm 10,14-15).

Auch wenn wir als kleine Gemeindegründungsarbeit in Heidelberg nur ein »Scherflein« (Lk 21,2) abzugeben haben, wollen wir doch schon von Anfang an deutlich machen, dass wir dem Herrn zutrauen, dass er mächtig ist uns alles »im Überfluß zu spenden«. Deshalb wollen wir nicht »widerwillig oder gezwungen«, sondern als »fröhliche Geber« (2Kor 9,7-8) aus unserem Reichtum etwas geben dafür, damit das Evangelium auch andernorts läuft.

Als reformierte Gemeinde sind wir natürlich dazu angehalten, unser Geld denen zu geben, die treu »für den Glauben kämpf[en], der den Heiligen ein für allemal überliefert worden ist« (Jud 3). Das heißt, wir haben nach einer Missionsarbeit gesucht, in der ein treuer Arbeiter Gottes, »der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt« (2Tim 2,15) am Bau der Gemeinde Jesu beschäftigt ist.

Diesen haben wir gefunden in Pastor Andrea Ferrari.

Andrea Ferrari ist ein Italiener, ursprünglich aus Sizilien, der mitten im katholischen Italien zum lebendigen Glauben an den Herrn Jesus Christus gekommen ist. Er war zunächst Teil einer pfingstcharismatischen Gemeinde, später wurde er in seinem Heilsverständnis immer »reformierter«, bis er sich dann als »reformierter Baptist« bezeichnete. Als solcher gründete er, zusammen mit seiner Familie, seiner Ehefrau Christina und seinen beiden Söhnen, eine Gemeinde in Mailand – die Chiesa Cristiana Evangelica Filadelfia.

Vor zwei Jahren ging Pastor Ferrari zusammen mit den Ältesten der Gemeinde durch einen Prozess, in dem sie gemeinsam erkannten, dass ihr Kirchenverständnis (Ekklesiologie) sowie ihr Sakramentsverständnis nicht biblisch waren. Sie kamen nach langem Studium zu der Erkenntnis, dass die reformierte Kindertauflehre in der Tat die einzig biblische Sicht ist.

Pastor Ferrari hat sich nach entsprechender Vorbereitung anschließen den rigorosen Prüfungen für die Ordination in den United Reformed Churches von Nordamerika unterzogen, einem Kirchenbund, der den Heidelberger Katechismus, das Niederländische Bekenntnis und die Dordrechter Lehrregel bekennt und dessen Kirchenordnung sich aus der Kirchenordnung von Dordrecht entwickelt hat.

Nach seiner Ordination wurden auch die Ältesten und Diakone der Gemeinde, die alle (!) freiwillig ebenso das reformierte Bekenntnis und die Kirchenordnung annahmen, ordiniert und offiziell in ihr Amt eingesetzt. Die Kirche wurde umbenannt in Chiesa Riformata Filadelfia. (Hier sind einige Photos zu sehen.)

Ich kenne Pastor Andrea schon einige Jahre und schätze ihn sehr als ernsthaften Diener des Wortes Gottes. Seine Gemeinde durfte ich im November 2010 zum ersten Mal besuchen, um dort im Rahmen einer kleinen Wochenendkonferenz aus dem Heidelberger Katechismus, Sonntag 9, das Evangelium zu predigen. Es war eine große Freude, sich gegenseitig kennenzulernen. Die Gemeinde in Mailand ist in einer ganz ähnlichen Situation wie die SERK Heidelberg und so gab es viele Parallelen.

In dem von Ferrari mitbegründeten Verlag Alfa e Omega sind in den letzten Jahren einige Schätze der reformierten Theologie auf italienisch übersetzt worden und erschienen.

Die Arbeit der Gemeinde und von Pastor Ferrari hat auch eine englische Webseite unter dem Titel »Reformation Italy«, auf der sich die informieren können, die nicht des Englischen mächtig sind.

Wir wollen regelmäßig einen noch zu bestimmenden Teil unserer Kollekte für die missionarische Arbeit dieser kleinen Gemeinde bestimmen und senden. Darüber hinaus wollen wir regelmäßig für diese Gemeinde beten. Es wäre schön, wenn wir als Gemeinde uns eins machen würden im Gebet für diese wichtige und einzigartige Arbeit in Italien, einem Land, an dem die Reformation weitestgehend spurlos vorüber gegangen ist.

Zum Schluss darf ich noch das Video von Reformation Italy empfehlen, das sehr schön die Situation in Italien beschreibt, sowie die Arbeit und Hoffnung von Pastor Ferrari.

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