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War Ismael im Bund mit Gott?

Abraham, Hagar und IsmaelIm Licht der gegenwärtigen Predigtreihe über das 1. Buch Mose, speziell die Abrahamsgeschichte, stellt sich die Frage: Welchen Status hatten die Kinder im (Gnaden-)Bund? Isaak war ja der verheißene Nachkomme Abrahams. Über den «erzwungenen« Nachkomme Ismael sagt Gott: Nicht er wird der wahre Nachkomme sein, mit dem ich im Bund stehe, sondern Isaak! (vgl. Gen 17,19.21) Baptisten gebrauchen das gern als Argument dafür, dass nur die »Söhne der Verheißung« – sprich: die Auserwählten – mit Gott im Bund stehen und daher nur sie, nur »Gläubige« das Bundeszeichen (z.B. die Taufe) erhalten dürfen. Interessant ist jedoch, dass in 17,23 Abraham nach dem Befehl Gottes hingeht und auch Ismael das Bundeszeichen der Beschneidung gibt.

Wenn wir die Bundeszeichen nicht völlig ihrer Bedeutung entleeren wollen, auch für diejenigen, die am Ende möglicherweise nicht auserwählt sind, dann müssen wir folgern, dass alle natürlichen, leiblichen Kinder gläubiger Eltern zunächst unter das Bundeszeichen kommen sollen und dürfen, in der Hoffnung, dass der Glaube einst dazutritt und sie sich nicht selbst vom Bund abschneiden durch ihren Unglauben.

Dazu empfehle ich die kurze Lektüre des Artikels von R. Scott Clark, Ishmael and Infant Baptism

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