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Wozu brauchen wir eine Liturgie?

„Liturgie ist doch etwas katholisches…!“ So denken leider viele protestantische und evangelikale Christen heutzutage. Zu tief sitzen manchmal negative Vorurteile gegenüber und Erfahrungen mit der Förmlichkeit und dem Pomp der römisch-katholischen Messe.

Tatsache ist jedoch, dass eine Liturgie im Gottesdienst unvermeidlich ist. Alle haben sie: ob katholisch, evangelisch, baptistisch, brüdergemeindlich, charismatisch oder Calvary Chapel… Liturgie ist lediglich die Logik, der ein Gottesdienst folgt. Manche Liturgien sind chaotisch, spontan und nicht durchdacht, andere folgen einem Schema. Unsere reformierte Liturgie (die nicht die einzige reformierte Liturgie ist!) folgt dem Schema des Evangeliums. Wir richten uns zunächst aus auf die Begegnung mit dem dreieinen Gott, der uns selbst auffordert und einblädt in seinen Gegenwart zu kommen und dessen Hilfe wir brauchen, um überhaupt recht anbeten zu können. Diese Begegnung mit dem lebendigen und heiligen Gott führt zu Lobpreis, aber auch zur Erkenntnis unserer Sündhaftigkeit. Deshalb bekennen wir als Nächstes unsere Schuld vor ihm. Danach hören wir zum ersten Mal die Gute Nachricht: aus dem Mund des Dieners Gottes hören wir Woche für Woche neu, was wir so nötig haben: „Deine Sünden sind dir vergeben!“ Wie wunderbar! Deshalb danken wir dem Herrn in Lobgesang dafür. Das nächste Element des Gottesdienstes ist die Lesung des Gesetzes Gottes – und zwar als Wegweisung für unser Leben als Christen und als Gemeinde Aus reiner Dankbarkeit wollen wir dem Herrn gehorsam sein. Nach dem Gebet um Erleuchtung des Heiligen Geistes lesen wir die Schrift und hören sie verkündigt. Wieder hören wir das Evangelium! Und wieder antwortet die Gemeinde mit aufmerksamem Zuhören, mit Glauben und  Dankbarkeit – durch ein weiteres Danklied.

Nachdem wir so nicht nur in der Predigt, sondern im gesamten Gottesdienst – von Anfang bis Ende – das Evangelium gehört, bekannt, gesungen und geglaubt haben, bleibt nur noch eines: als gläubige Kinder Gottes erwarten wir den Segen Gottes. Dieser wird nicht nur für uns erbeten, sondern uns auch tatsächlich gespendet im Gottesdienst!

Wie wunderbar ist das! Das ist der Reichtum eines schlichten, evangelischen (d.h. dem Evangelium entsprechenden), liturgischen Gottesdienst. Lassen Sie sich doch darauf ein!

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