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Zu Gast am Tisch des Herrn

Die Bedeutung des Herrnmahls – was es ist – und die Praxis – wie man es darreicht und daran teilnimmt – sind untrennbar miteinander verknüpft. Nach reformiertem Verständnis ist das Mahl des Herrn weder ein „Messopfer“ (römisch-katholisch), noch ein Essen des Leibes Christi in und mit Brot und Wein mit dem „natürlichen Mund“ (lutherisch), noch ein reines Gedächtnismahl (zwinglianisch und weit verbreitet in evangelikalen Kreisen). Vielmehr glauben Reformierte, dass das Herrnmahl die Gemeinschaft mit dem erhöhten Christus durch den Heiligen Geist ist, in der wir Leib und Blut Christi „mit dem Mund des Glaubens“ zu uns nehmen und so durch seinen Leib im Glauben gestärkt werden. Dadurch, dass wir in der Mahlfeier die denkbar engste Gemeinschaft mit dem auferstandenen Herrn haben, ist sie aber auch gleichzeitig die intensivste Form der Gemeinschaft der Gemeinde Jesu. Richtig verstanden ist die „Kommunion“ der Leib Christi auf Erden.

Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist er nicht [die] Gemeinschaft des Blutes des Christus? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht [die] Gemeinschaft des Leibes des Christus? Denn es ist ein Brot, so sind wir, die vielen, ein Leib; denn wir alle haben Teil an dem einen Brot. (1Kor 10,16–17)

Diese Gemeinschaft ist eine Gemeinschaft derer, die in christlicher Lehre und in christlichem Leben vereint sind, eins sind. Weil wir aber über Lehre und Leben derer nichts aussagen können, die zum ersten Mal zu uns kommen, die aus anderen christlichen Traditionen kommen oder die gar nirgendwo Mitglieder waren und sind, praktizieren wir – zusammen mit nahezu allen reformatorischen Kirchen und Gemeinden – eine durch die Leitung der Kirche verantwortete Zulassung zum Tisch des Herrn.

Es liegt in der Verantwortung der Gemeindeleitung, zu prüfen, wen sie zum Sakrament des Herrnmahls zulässt. Das tun wir, indem wir vor der Mahlfeier (bzw. vor dem Gottesdienst) ein Gespräch mit denen führen, die als Nichtmitglieder oder Gäste gerne am Mahl des Herrn teilnehmen möchten. In diesem Gespräch weisen wir auf die Bedeutung der Mitgliedschaft hin, sowie auf das rechte Verständnis dessen, was am Tisch des Herrn geschieht – und was nicht. Wir erwarten nicht, dass jeder sofort ein Mitglied der SERK ist, aber wir erwarten eine Übereinstimmung mit unserem reformierten Bekenntnis.

Das Herrnmahl ist ein Privileg für diejenigen, die am sichtbaren Leib Christi Glieder sind und sich der Zucht und Pflege der Kirche unterwerfen. Wenn Sie das wollen und können, möchten wir Sie gerne einladen!

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