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Zwingli über den Segen der Predigt

Möge also unter eurer [der Preidger] Führung der vorderste von allen Propheten [Jesaja] bei den Obrigkeiten, den Städten und Völkern seine Posaune ausstrecken und möge er auffordern, dem Herrn den Weg zu bereiten – dann werdet ihr einsehen, dass es nicht aus frechem Eigensinn, sondern aus Pflichtbewusstsein geschieht, wenn unsere Propheten unsere Sitten, die vernachlässigte Gottesfurcht, die vernachlässigte Gerechtigkeit, die missachteten Gesetze ein bisschen scharf angreifen […] So sei denn Jesaja der Spürhund, der vom Einschlafen und Verwedeln nichts wissen will! […] O glückliche Obrigkeiten, Städte und Völker, bei denen der Herr durch seine Knechte, die Propheten, freimütig redet! Denn so wird die Gottesfurcht wachsen, die Unschuld wiederkehren und die Gerechtigkeit herrschen können! […] So möge denn der Herr dem frommen Beginnen gewogen sein, auf dass seine Herrlichkeit mitsamt unserer Unschuld mehr und mehr wachse! Amen.

Huldrych Zwingli in: Oskar Farner, Zwingli, Huldrych 1484-1531: Zwingli, der Prediger, Zürich 1940, 88.

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